München: Mauer soll Flüchtlingsheim von Siedlung trennen

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Vier Meter hoch ist die Mauer, die aktuell an einer Flüchtlingsunterkunft im Münchner Stadtteil Neuperlach gebaut wird. "Wie kann es bei uns sein, dass man zwischen Flüchtlingen und Anwohnern eine Mauer bauen muss mit dem fadenscheinigen Argument Schallschutz?" "Wer andere ausschließt, der schließt sich selber ein", kritisierte die Geschäftsführerin des Münchner Flüchtlingsrates, Monika Steinhauser, am Montag.

Guido Bucholtz vom Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach nannte den Bau einen Wahnsinn. Er hatte ein mit Drohne aufgenommenes Video von der Mauer an Münchner Zeitungen geschickt und so die Debatte mit ins Rollen gebracht. Nach etlichen Verhandlungstagen zwischen der Stadt München und den Bürgern musste dann letztlich diese Mauer als Kompromiss errichtet werden. Ein Schallschutzgutachten ergab die Höhe von vier Metern für die Mauer - die somit sogar höher als die Berliner Mauer ist, die es auf eine Höhe von 3,60 Meter brachte. "Oder zum Schutz der Flüchtlinge vor den Nachbarn?", fragt er in seinem Clip. Wie der "Münchener Merkur" berichtet, sei der Bau das Ergebnis eines zweieinhalb Jahre andauernden Rechtsstreits, der Ende Juni vor dem Verwaltungsgericht München endete. Sie wollten den Bau einer Flüchtlingsunterkunft in der Nailastraße verhindern! Insgesamt sieben Nachbarn hatten sie sich als Schutz gegenüber der neuen Unterkunft für 160 jugendliche Flüchtlinge an einem Nachbargrund gerichtlich in zwei Jahren gerichtlich erstritten.

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