Bei Lufthansa kündigen sich neue Piloten-Streiks an

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Passagiere der Lufthansa müssen ab sofort mit Flugausfällen und Verspätungen rechnen.

Frankfurt/Main. Nach der Ankündigung eines erneuten Pilotenstreiks herrscht zwischen der Lufthansa und der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) Funkstille. Der Streik sei ab sofort möglich. Von den Arbeitsniederlegungen ausgenommen seien jedoch die Weihnachtsfeiertage vom 24. bis zum 26. Dezember. "Es ist noch nicht zu spät für eine Einigung", erklärte Personalvorstand Bettina Volkens. Sie forderte die Gewerkschaft zu weiteren Gesprächen auf. Grund: Die Arbeitsrichter bemängelten, dass der Streik tariffremde Ziele verfolge, weil sie sich auf die Lufthansa- Billigtochter Eurowings bezogen hätten.

Die Tarifgespräche zwischen der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) und der Lufthansa über die Vergütung des Cockpitpersonals sind gescheitert. Nun will die Lufthansa schlichten, um drohende Streiks zu verhindern.

Nach bislang 13 Streikwellen seit April 2014 ist der Tarifkonflikt festgefahren.

Die Pilotengewerkschaft fordert eine Gehaltserhöhung von mehr als einem Fünftel.

Gewerkschaftschef Ilja Schulz sagte, es habe seit mittlerweile fünf Jahren keine Gehaltserhöhungen mehr gegeben, während das Unternehmen rund fünf Milliarden Euro Gewinn eingefahren habe. Einen Vorschlag der Lufthansa für eine Schlichtung wies Cockpit zurück, weil das Angebot des Konzerns zur Lohnentwicklung "nicht schlichtungsfähig" sei. Die VC bezeichnete das Angebot wegen der Teuerung als Nullrunde, die zu Reallohnverlusten führen würde.

Die VC hatte den Schlichtungsvorschlag allerdings bereits am Montag abgelehnt. Anders komme man offenbar nicht weiter. Er verwies auf die erfolgreiche Schlichtung für das Kabinenpersonal unter dem SPD-Politiker Matthias Platzeck.

Sachlage in dem festgefahrenen Tarifkonflikt komplizierter denn je. Neben der Gehaltsfrage sind auch andere Tarifthemen wie die Betriebsrenten und die Übergangsversorgung nach wie vor ungelöst. Auch wollte die Vereinigung Cockpit die Arbeitsbedingungen für Piloten bei der Tochter Eurowings in ihrem Sinne regeln, scheiterte jedoch mit dem Versuch. Lufthansa lehnt es ab, die dortigen Piloten nach dem teuren Lufthansa-Regelwerk zu beschäftigen. Vielmehr hat die VC gezielt die Tarifverhandlungen zum Teilaspekt Gehalt forciert, um wieder streikfähig zu werden. Zuletzt hatten die Flugzeugführer die Arbeit vor 14 Monaten niedergelegt.

Bei ihrer Forderung von durchschnittlich 3,66 Prozent pro Jahr für diesen Zeitraum orientiert sich die VC an der Gehaltsentwicklung aller Arbeitnehmer in Deutschland. Das ergibt einschließlich des Zinseffekt ein Plus von 22 Prozent über den gesamten Zeitraum. Allerdings hofft der Ufo-Chef noch auf eine gütliche Lösung. Diese Arbeitsniederlegungen haben den Lufthansa- Piloten überhaupt nichts gebracht.

Bei einem Streik Ende Oktober hatte Ufo mit Unterstützung der Kollegen bei der Schwestergesellschaft Germanwings, die ebenfalls zur Plattform Eurowings gehört, an einem Streiktag 393 von 551 geplanten Eurowings-Flügen ausfallen lassen.

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