Berthold Albrecht starb 2012: Die Tragödie um den Aldi-Erben

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Beim Lebensmitteldiscounter Aldi Nord gibt es vor Gericht einen hitzigen Streit um mehr Einfluss der Hinterbliebenen des 2012 im Alter von 58 Jahren verstorbenen Berthold Albrecht.

Bei Geld hört nicht nur die Freundschaft auf: Im Familien-Streit der Aldi-Erben geht es um Millionen. In einer Stellungnahme für das Gericht aus dem Frühjahr heißt es: "Todesursache war ein durch die Alkoholkrankheit hervorgerufenes multiples Organversagen". Witwe Babette Albrecht bricht das Schweigen!

Babette Albrecht kämpft für sich und die gemeinsamen fünf Kinder um das millionenschwere Erbe und die Macht des Aldi-Nord-Imperiums gegen ihren Schwager Theo Albrecht. Die drei Stiftungen mit den Namen Lukas, Markus und Jakobus spielen dabei die entscheidende Rolle. Laut der "Bild am Sonntag" ("BamS") bezeichnet sie ihren Ehemann Berthold als "nicht geschäftsfähig" und begründet das mit "seiner schweren Alkoholkrankheit" begründet.

Theo Albrecht verteidigte im Sommer im "Handelsblatt" das Testament seines Bruders und die Satzung der Stiftung.

In der Stellungnahme schreibt Babette Albrecht deshalb: "Mein Mann, der krankheitsbedingt nachts kaum schlafen konnte, hatte die Angewohnheit, nachts aufgrund seiner Alkoholkrankheit eine hohe Dosis von Alkohol und Beruhigungsmitteln zu sich zu nehmen".

Dem Oberverwaltungsgericht Schleswig, das den Fall demnächst verhandelt, liegen laut BamS allerdings eidesstattliche Erklärungen von hochrangigen Aldi-Managern vor, die keinerlei Zweifel an Berthold Albrechts Geschäftsfähigkeit haben.

Babette Albrecht schildert weiter, dass der fortschreitende gesundheitliche Verfall ihres Gatten auch Konsequenzen für dessen Zurechnungsfähigkeit gehabt habe: "Am Morgen des 23. Dezember 2010 erklärte er plötzlich, dass er in die Firma müsse". Der Sohn von Aldi-Gründer Theo Albrecht war vor vier Jahren gestorben. Ihren Darstellungen zufolge war die Satzungsänderung kein Schnellschuss, sondern in den Wochen zuvor mehrmals mit Berthold Albrecht erörtert.

Weiter schreibt Albrecht: "Er dürfte aufgrund seines Zustandes keineswegs in der Lage gewesen sein, die Tragweite und die Bedeutung seiner Unterschrift unter dem Satzungsänderungsdokument zu erkennen". Er habe genau gewusst, was er da unterschreibe. In Deutschland betreibt Aldi Nord mit Sitz in Essen nach eigenen Angaben rund 2400 Filialen mit insgesamt 28.000 Mitarbeitern. Nicht betroffen vom Erbstreit ist Aldi Süd mit Sitz in Mülheim an der Ruhr.

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