Clinton äußert sich zur Wahl-Niederlage

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Eine Tochter (Tiffany) aus zweiter Ehe. Rechts neben ihn sein Sohn Barron (10), der fast einschläft, denn es ist in den USA 3 Uhr nachts.

Herr Professor Jäger, als einer der wenigen Experten haben Sie - etwa in Interviews unserer Zeitung - stets betont, dass Donald Trump die US-Wahl gewinnen kann und sich die Anhänger von Hillary Clinton hier immer in falscher Sicherheit gewogen haben. "Wir alle sind nicht zuerst Demokraten oder zuerst Republikaner". Gerade einmal 48 Prozent der zur Wahl gegangenen US-Amerikaner stimmten für den umstrittenen Republikaner - 48 Prozent für Clinton, der Rest votierte für einen der Kandidaten der Kleinstparteien. 2015 schwand zusätzlich auch noch die Vorherrschaft im Senat.

Trump kam US-Fernsehsendern zufolge auf 290 Wahlleute, Clinton auf 228.

Bei den weiblichen Wählern lag Clinton vorne.

Anders sah dies FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, der Trump via Facebook herzlich gratulierte: "Die politische Linke und das abgehobene sowie verfilzte Establishment wird Zug um Zug vom Wähler abgestraft und aus diversen Entscheidungsfunktionen heraus gewählt". Bei den weißen Männern hatte Trump die Nase vorn.

Welche Politik hat die EU von Präsident Trump zu erwarten?

Der republikanische Spitzenpolitiker Paul Ryan hat den Wahlsieg von Donald Trump als "unglaublichste politische Errungenschaft" gewürdigt, die er bisher erlebt habe. Einen Krieg erklären darf er allerdings nicht. Der Krieg wird nicht enden, wenn Syriens Präsident Assad mit der Unterstützung der Russen immer weiter macht. Und das könnte ein Anreiz sein, sich zusammenzuraufen, ob nun in Verteidigungs-, Wirtschafts- oder Migrationsfragen.

Der Präsident hat außerdem das Veto-Recht bei allen vom Kongress eingebrachten Gesetze. Der Großteil der Wähler wollte das Gegenteil: Etwas Neues, damit sich in Amerika etwas ändert. In der Außenpolitik geht das aber nicht.

Nach einer harten Wahlschlacht wird der Republikaner Donald Trump neuer US-Präsident.

Die Bush-Familie hatte sich bis zuletzt kritisch zu Trumps Kandidatur geäußert. Das stellt eine tiefe Zäsur dar - für die USA und für uns alle. Nach dem Wahlsieg Trumps kämen die Außenminister der EU-Staaten am Sonntagabend zu einem Sondertreffen zusammen, hieß es aus Brüssel.

Keiner hat soviel Aufmerksamkeit erregt, keiner wurde so häufig parodiert, so innig geliebt und so leidenschaftlich gehasst, wie der Sohn eines Immobilienmoguls und Enkel eines deutschen Auswanderers. "Ich glaube, wir müssen uns darauf einstellen, dass amerikanische Aussenpolitik für uns in der nächsten Zeit weniger vorhersehbar sein wird, und wir müssen darauf einstellen... dass Amerika geneigt sein wird, häufiger allein zu entscheiden". Von Deutschland über Frankreich bis in die Niederlande erhoffen sie sich Rückenwind vom erfolgreichen Wahlkampf Trumps gegen den etablierten Politikbetrieb. Für den Handelspakt TTIP könnte sein Sieg der Sargnagel sein. Auch IBD/TIPP hatte den Trump-Sieg vorausgesehen - die Studie, die auch 2012 sehr gut gelegen hatte.

Man muss im Vorfeld von Umfragen noch offensiver kommunizieren, dass diese Umfragen mit Unsicherheiten verbunden sind und dass Sie keine Garantie dafür sind, was am Wahltag tatsächlich passiert. Aber was offenkundig ein Problem über einen längeren Zeitraum gewesen ist: Die Unterstützung für Donald Trump wurde offenkundig durchweg unterschätzt.

Das Projekt einer Mauer zu Mexiko hat er sicher hundertfach angekündigt. Der US-Dollar sank ebenso ab wie der Ölpreis.

Doch schon gestern war ich der Meinung, dass Donald Trump für die Börse vielleicht gar nicht so schlecht wäre.

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