Vogelgrippe: weitere 92 000 Vögel werden getötet

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Um den Betrieb wurden ein Sperrbezirk und ein weiter gefasstes Beobachtungsgebiet eingerichtet.

Innerhalb dieser Zone gelten besonders strenge Seuchenschutzmaßnahmen. In mehr als der Hälfte der niedersächsischen Landkreise gilt wegen der Vogelgrippegefahr mittlerweile die Stallpflicht. Der CDU-Politiker Helmut Dammann-Tamke kritisierte am Mittwoch, dass die Landesregierung bislang kein landesweites Aufstallungsgebot erlassen habe, wie dies beispielsweise in Schleswig-Holstein geschehen sei.

Nach Angaben des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft ist Niedersachsen das Bundesland mit dem größten Geflügelbestand.

Der Landkreis Cloppenburg ist eine wichtige Agrarregion mit vielen Geflügelmast- und Legehennenhaltungen, dort leben mehr als 13 Millionen Tiere. Zudem werden Stallpflichten angeordnet; Geflügelhalter sind aufgefordert, an den Stalleingängen die Kleidung zu wechseln und Schuhe sowie Hände zu desinfizieren.

Insgesamt sind 134 Betriebe mit rund 885 000 Tieren betroffen. In ihren Betrieben werden Proben entnommen. Auch Fleisch von Geflügel und Federwild, Eier sowie Nebenprodukte wie Mist und Gülle müssen im jeweiligen Unternehmen bleiben. Die Ursache für den Ausbruch ist unklar. Zum wirtschaftlichen Schaden konnte er keine Angaben machen. Zuvor habe das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) das Tier untersucht. Auch dort waren H5-Erreger bestätigt, allerdings war noch kein Nachweis für den gefürchteten Subtyp H5N8 erbracht.

Das für Vögel hochgradig tödliche H5N8-Virus breitet sich derzeit mutmaßlich über Wildvögel in Deutschland und mehreren anderen europäischen Ländern aus.

Bund und Länder hätten sich aber auf ein risikoorientiertes Vorgehen verständigt, sagte Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) am Donnerstag im Bundestag. Weitere Schritte müssten nun eingeleitet werden, erklärte das Ministerium.

Seit Montag müssen auch Betriebe unter 1.000 Tieren zum Beispiel dafür sorgen, dass keine Unbefugten in die Ställe gelangen und Tierhalter Schutzkleidung tragen.

Die Stallpflicht treffe vor allem Bio-Betriebe. Eine Einführung ist bisher aber nicht beschlossen worden.

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