Anis Amri: BKA setzt 100.000 Euro für Hinweise aus

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Innenminister De Maizière bestätigte, dass Amris Fingerabdrücke im Fahrerhaus des Tatfahrzeugs gefunden wurden.

Die zwei Brüder des Tatverdächtigen Amri haben sich schockiert über den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz gezeigt und zweifeln seine Beteiligung an dem Attentat an.

"Ich bin in den letzten Tagen sehr stolz gewesen, wie besonnen die Menschen, die große Zahl der Menschen auf diese Situation reagiert", sagte sie.

Immerhin wurde das Bild des Gesuchten im Laufe des Tages immer klarer. Wenn er sich nicht dem "Kampf gegen die Ungläubigen" widmet, lügt Amri deutsche Behörden an.

Im Frühjahr 2011 war Amri in Europa aufgetaucht, als registrierter Flüchtling auf der süditalienischen Insel Lampedusa.

Unterdessen werden mehr Einzelheiten über die Vergangenheit des Tunesiers bekannt. Die Rauchwolke war so gewaltig, dass der Flughafen Lampedusas vorübergehend gesperrt werden musste. Medienberichten zufolge wurde Amri zudem in Italien und Tunesien bereits zu langen Haftstrafen verurteilt.

Abschiebung nicht möglichWegen fehlender gültiger Papiere war eine Abschiebung nicht möglich, die tunesischen Behörden weigerten sich, ihn als Bürger ihres Staates anzuerkennen. Seit Juli 2015 lebt er in Deutschland.

Auch dort fiel er bald auf.

Die Moschee, in der Abu Walaa predigte, sei "Platz Nummer 1" für alle, die zum IS wollten, so Anil O. Jeder in der islamistischen Szene wisse, dass Abu Walaa einer von wenigen Predigern in Deutschland sei, der den IS unterstütze und der Reisen nach Syrien organisiere. Die Ermittlungen seien jedoch von Berlin aus geführt worden, wo der Mann wahrscheinlich zuletzt seinen Lebensmittelpunkt hatte. Außerdem hatte er Kontakt zum Hassprediger Boban S.in Dortmund.

- Amri, für den die Ausländerbehörde in Oberhausen zuständig sei, habe in Berlin zu diesem Zeitpunkt "nicht mehr festgestellt" werden können, erklärte die Ermittlungsbehörde. Allerdings seien die Äußerungen so verklausuliert gewesen, dass sie nicht für eine Festnahme gereicht hätten, hieß es. Man habe daher die Überwachung im September eingestellt.

Zusätzlich erschwert wird die Fahndung dadurch, dass Amri in der deutschen Islamistenszene bestens vernetzt ist und ständig sechs verschiedene Identitäten verwendete. In Italien saß er schon in Abschiebehaft, kam dann aber frei. Da er allerdings so gut wie keine Angaben über die Art der Verfolgung machen konnte, wurde der Antrag als "offensichtlich unbegründet" abgelehnt. Der Gesuchte sei als sogenannter Gefährder bekannt gewesen, habe sich aber der Kontrolle entziehen können.

Die SPD war diesbezüglich bisher skeptisch.

Nähere Informationen zu den Einsätzen in Duisburg und Oberhausen gab es von den Sicherheitsbehörden zunächst nicht.

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