VW-Abgasskandal - Ermittlungen wegen Betrugsverdachts gegen früheren

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Auch gegen ihn werde nun wegen des Anfangsverdachts auf Betrug ermittelt, teilte die Behörde am Freitag mit. Bislang hatten die Behörden gegen Winterkorn nur mit dem Verdacht auf Finanzmarktmanipulationen ermittelt. Insgesamt ermittelt die Staatsanwaltschaft im Dieselskandal inzwischen gegen 37 Personen.

Es gebe "zureichende tatsächliche Anhaltspunkte" dafür, dass Winterkorn früher als von ihm öffentlich behauptet Kenntnis von Software-Manipulationen hatte. In dieser Woche seien insgesamt 28 Objekte vor allem in der Region Wolfsburg, Gifhorn und Braunschweig durchsucht worden, so die Staatsanwaltschaft. Die Auswertung des dabei sichergestellten Materials dauert noch an. Darunter befindet sich nun auch der frühere Vorstandschef Martin Winterkorn. Er werde sich bei den Ermittlungsbehörden äußern, sobald er die ihn "angeblich belastenden Umstände", also die betreffenden Aussagen und Dokumente, genauer kenne. Der Vorsitzende des Abgas-Untersuchungsausschusses, Herbert Behrens (Linke), sagte: "Sollten sich die Hinweise der Staatsanwaltschaft gegen Herrn Winterkorn auch nur ansatzweise erhärten, hat er im Untersuchungsausschuss schlicht gelogen". Schon seit Beginn des Skandals fragen sich viele Beobachter, wie es sein kann, dass die VW-Konzernspitze um Winterkorn von den Manipulationen nichts gewusst haben soll. Grundsätzlich blieb er dabei, dass er nicht frühzeitig über den Abgasbetrug bei VW unterrichtet gewesen sei. Er sei sich aber keines Fehlverhaltens bewusst, hatte er damals gesagt. Letzteres könnte bei einer Verurteilung mit einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren oder einer Geldstrafe bestraft werden.

Zugleich weitete die Staatsanwaltschaft Braunschweig ihre Ermittlungen gegen verantwortliche Mitarbeiter von Volkswagen wegen der Manipulation von Abgaswerten bei Diesel-Fahrzeugen aus. Bei diesem regelmäßigen Treffen von Ingenieuren und Managern wurden technische Schwierigkeiten besprochen.

Nach eigenen Angaben war Winterkorn vor Herbst 2015 nicht über die Manipulationen an der Motorsteuerungssoftware von weltweit rund elf Millionen Dieselfahrzeugen informiert, die Deutschlands größten Autobauer in eine existenzielle Krise stürzten. Allein beim Landgericht Braunschweig sind bereits Schadenersatzklagen über mehr als acht Milliarden Euro eingegangen. Hunderte Anleger werfen VW vor, dass sie zu spät informiert wurden und deshalb beim Kurssturz nach Bekanntwerden von Dieselgate viel Geld verloren haben.

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