Zehntausende Kurden demonstrieren friedlich in Frankfurt

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Die Polizei Frankfurt bezifferte die Zahl der Teilnehmer an der Demonstration gegenüber heute.de mit 30.000. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zuletzt in einem Interview "Unterstützung von Terroristen" vorgeworfen. Die von einem großen Polizeiaufgebot begleitete Demonstration zum kurdischen Neujahrsfest Newroz verlief friedlich.

In Deutschland finden zahlreiche Feiern statt um diese Tradition, die Jahrzehnte lang in den Besetzungsgebieten verboten war, in Freiheit und Demokratie weiterzuführen.

Zentrale Themen waren die innenpolitische Entwicklung in der Türkei und das bevorstehende Referendum über eine Änderung der türkischen Verfassung. Es soll ein Präsidialsystem eingeführt werden, das nach Ansicht von Kritikern Erdogans Machtbefugnisse massiv ausweiten würde. Zudem hat bei vielen Kurden die Ausweitung der Verbote kurdischer Symbole bei Demonstrationen in Deutschland für Unmut gesorgt. Der Veranstalter hatte mit rund 20.000 Teilnehmern gerechnet. April sollen die Türken darüber abstimmen.

Die Demonstranten skandierten "Es lebe der Widerstand des kurdischen Volkes" und schwenkten Fahnen mit dem Porträt Öcalans. Insbesondere bemängelt wurde das Verbot, Porträts von PKK-Chef Öcalan öffentlich zu zeigen. Da dies unterblieb, kündigten die Einsatzkräfte an, Videoaufnahmen zu machen.

Die türkische Regierung hat die Kurden-Demonstration in Frankfurt/Main scharf kritisiert. In der Vergangenheit war es bei kurdischen Demos zu Zusammenstößen mit nationalistischen türkischen Gruppen gekommen. Mehrere Straßenbahn- und Buslinien wurden umgeleitet oder fuhren nur eingeschränkt.

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