Mordvideo auf Facebook: Fahnder jagen Verdächtigen

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Er suchte sein Opfer offensichtlich willkürlich aus, stellte ein Video der Tat online und tauchte anschließend ab: Nach der kaltblütigen Ermordung eines Rentners in Cleveland fahnden die Sicherheitsbehörden in den USA landesweit nach dem mutmaßlichen Täter. Laut Bericht hatte die Polizei am Sonntag auch mit der Freundin des mutmaßlichen Täters gesprochen.

Am Tatort versammelten sich am Montagabend dutzende Menschen und trauerten um das Opfer. Nach Darstellung der Polizei gab es keine Erkenntnisse, dass er sich tatsächlich dort aufhielt. Die Mutter des Verdächtigen sagte dem Fernsehsender CNN, sie habe ihren Sohn am Sonntag angerufen, nachdem sie von dem Mord-Video erfahren habe.

Verschiedene Medien gaben den Inhalt des Videos so wieder: Demnach fuhr Stephens rechts an den Straßenrand und forderte den Rentner auf, den Namen Joy Lane auszusprechen. Sie könne nicht glauben, was passiert sei. "Ja, sie ist der Grund für das, was Dir jetzt zustößt", habe der mutmaßliche Täter geantwortet. Nach Angaben von Polizeichef Williams befand sich die Frau in Sicherheit. Er fragte sein Opfer noch nach seinem Alter, dann drückte er ab, wie es weiter hieß.

Eine Frau mit dem Namen Joy Lane sagte dem Sender CBS, sie habe mit dem Verdächtigen über mehrere Jahre eine Beziehung gehabt. Es tue ihr leid, was passiert sei, schrieb sie in einer Kurzmitteilung an den Sender. "(.) Er war freundlich und liebenswürdig zu mir und meinen Kindern".

Schon erste Hinweise hatten die Polizei in den Nachbarstaat Pennsylvania geführt, wo das Telefon von Stephens ein Signal abgegeben haben soll. Diese Botschaft richtete Polizeichef Calvin Williams auch an Freunde und Verwandte des Mannes. Williams richtete auch mehrere direkte Appelle an den Verdächtigen, sich zu stellen.

Auch bei Facebook ist man alarmiert: Der Konzern überprüft nach der Veröffentlichung des Mordvideos die Möglichkeiten zum Melden von Gewalt auf der Plattform.

Das Video ist inzwischen bei Facebook gelöscht worden.

Vom Upload des ersten Videos um 11:09 Uhr (Ortszeit) bis zur Deaktivierung des Facebook-Kontos und der Löschung der Videos vergehen mehr als zwei Stunden. Zudem löste ein rascher Hinweis auf einen Facebook-Livestream, bei dem der Verdächtige einen Mord gestand, zunächst keine Sperre aus. Über das Motiv herrscht unterdessen weiterhin Rätselraten: Das Opfer, ein 74-jähriger Rentner war nach Angaben der Polizei auf dem Heimweg von seinen Kindern, als der Flüchtige ihn auf der Straße anhielt und kaltblütig erschoss.

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