US-Supreme-Court stoppt Hinrichtung in Arkansas nach Henkersmahlzeit

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Im US-Staat Arkansas geht das juristische Tauziehen um die Hinrichtung von acht Häftlingen weiter. Bei dem Rechtsstreit geht es aber nicht um die Todesurteile an sich, sondern um die in Arkansas gebrauchten Mittel für die Hinrichtungen per Giftspritze. Dagegen hat der Arkansas wiederum Berufung eingelegt. In diesen konnte der Staat am Montag zwei Teilsiege für sich verbuchen.

Noch während die Strafvollzugsbehörden auf eine Entscheidung warteten, wurde Davis im Gefängnis bereits seine vermeintlich letzte Mahlzeit serviert: Brathähnchen, Brot, Bohnen, Kartoffelpüree und Erdbeerkuchen. Arkansas will mehrere zum Tode Verurteilte vor dem Ende des Monats hinrichten lassen. Den Einspruch des Bundesstaats dagegen lehnte der Oberste Gerichtshof der USA ab, wie Arkansas' Generalstaatsanwältin Leslie Rutledge auf Twitter mitteilte.

US-Staaten haben zunehmend Nachschubprobleme bei Mitteln, die sie für Hinrichtungen verwenden wollen. Schon für Donnerstag ist in Arkansas die Vollstreckung von zwei weiteren Todesstrafen vorgesehen.

Der Supreme Court in Washington verhinderte mit seiner Entscheidung konkret die Exekution von Don Davis. Als Grund für die Serie wurde angegeben, dass Ende des Monats das Haltbarkeitsdatum für noch vorhandene Dosen des Mittels Midazolam ausläuft, das in den Giftcocktails für die Exekutionen enthalten ist. Eine Bundesrichterin stoppte am Samstag vorübergehend alle acht Hinrichtungen und bezog sich dabei auf generelle Klagen von Häftlingen gegen die Giftinjektionen und insbesondere den Einsatz von Midazolam. Zudem ist die Verwendung von Midazolam umstritten. Der Hersteller des für die Hinrichtung entscheidenden Gifts, der US-Pharmakonzern McKesson, hatte zuvor beantragt, das Medikament zu verbieten. Die Richter haben die Berufung von Arkansas abgelehnt.

Hutchinson äußerte sich enttäuscht über die Entscheidung.

Doch in einem anderen Verfahren setzte der Oberste Gerichtshof von Arkansas dann die für Ostermontag vorgesehenen Exekutionen von Davis und einem weiteren Häftling aus.

In den USA werden die tödlichen Substanzen für die Giftspritzen knapp, weil sich viele europäische Pharmafirmen weigern, den US-Behörden Nachschub zu liefern.

Gegen die geplante Hinrichtungsserie hatte es in den vergangenen Wochen heftige Proteste gegeben.

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