'WSJ': Google will Adblocker in seinen Browser Chrome integrieren

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Laut einem Bericht des Wall Street Journal soll Google schon bald einen eigenen Adblocker in einer kommenden Chrome-Version für Mobile und Desktop ausliefern.

Der Suchmaschinenkonzern Google will angeblich seinen Chrome-Browser künftig mit einem vorinstallierten Adblocker ausstatten.

(20.04.2017, 10:30) Online-Anzeigen werden immer lästiger. Diesen Standards zufolge handelt es sich bei Pop-Ups, automatisch abgespielte Videos mit Ton und Werbeanzeigen, die die ganze Seite verdecken, um inakzeptable Werbung. Die Werber aber auch viele Webseiten muten dem User immer mehr Unannehmlichkeiten zu, schießen sich aber letztlich selbst dabei ins Knie. Unaufdringliche Werbung wird dagegen in den meisten Fällen nicht als störend empfunden und somit eher toleriert.

Laut dem Wall Street Journal ist Google sich dessen bewusst und es ist angeblich geplant, direkt in den Chrome Browser einen Anzeigenblocker zu integrieren. Man arbeite jedoch eng mit der Werbeindustrie zusammen, um Möglichkeiten zu testen, wie man die Coalition for Better Ads am besten unterstützen könne. Der Werbeblocker könnte möglicherweise sogar standardmäßig aktiviert sein. Zum Beispiel würde es ein Aus bedeuten für Auto-Wiedergabe von Video-Anzeigen mit Sound und große nicht wegzubekommende Anzeigen. In den USA nutzen mehr als ein Viertel aller Nutzer einen Adblocker, in Deutschland sind es fast ein Drittel.

Aber warum sollte ein Unternehmen, das Milliarden mit Werbung macht, ein Feature zu seinem eigenen kostenlosen Browser hinzufügen, das die Werbung blockieren würde? Denn diese finanzieren sich schließlich zum Großteil aus diesen Anzeigen.

Der Chrome-Browser von Google ist der meistgenutzte Webbrowser der Welt und auf Smartphones und Desktop-Rechnern gleichermaßen beliebt. Der nächste Konkurrent ist Safari mit 14 Prozent und der Rest bewegt sich bei einstelligen Ziffern.

Was genau Google unter "schlechter Werbung", also den störenden Anzeigen, versteht, ist derzeit unklar.

Im Gegensatz zur Eyeo GmbH, dem Entwickler des Adblock Plus, welche immer wieder in den Verdacht geraten ist, Werbung ("Acceptable Ads") gegen bare Münze in ihre Whitelist aufzunehmen, versucht Google das Problem zusammen mit allen Beteiligten zu lösen. Im Gegensatz zu anderen Methoden soll die Kontrolle in der neuen Funktion jedoch dem Nutzer überlassen werden - so soll dieser immer noch entscheiden können, ob aufdringliche Werbung angezeigt oder ausgeblendet werden soll. Alle Online-Nutzer würden eine bessere Erfahrung erhalten und weniger Leute würden Ad-Blocker herunterladen. Laut dem Finanzblatt soll Google kurz vor der Fertigstellung und nur wenige Wochen vor einer möglichen Veröffentlichung stehen.

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