Dutzende Tote bei Taliban-Angriff auf Militärbasis in Afghanistan

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Bei einem Angriff der radikalislamischen Taliban auf einen Armeestützpunkt sind im Norden Afghanistans mindestens 50 Menschen getötet worden. Mehr als 30 Soldaten seien verletzt worden, als die Aufständischen die Militärbasis in der nördlichen Provinz Balch am Freitag stürmten, sagte ein Sprecher der Armee weiter.

Die etwa zehn Angreifer hatten sich demnach als Soldaten verkleidet. Alle Extremisten bis auf einen, der festgenommen wurde, seien nach stundenlangen Feuergefechten erschossen worden. Der Stützpunkt liegt nur wenige Kilometer von der Provinzhauptstadt Masar-i-Scharif entfernt, wo die Bundeswehr ein Feldlager hat. Erst am Abend war sie wieder unter Kontrolle der Regierungstruppen.

Kabul (dpa) - Radikalislamische Talibankämpfer haben einen Armeestützpunkt im Norden Afghanistans gestürmt und mindestens 50 Soldaten getötet. Deshalb habe das Feuergefecht so lange gedauert.

Ein Abgeordneter im Regionalparlament, Sabihullah Kakar, berichtete sogar von 66 Todesopfern.

Mehrere mit Gewehren bewaffnete Anhänger der radikalislamischen Taliban hätten angegriffen, als die Soldaten nach dem Freitagsgebet die Moschee auf dem Gelände des weitläufigen Stützpunktes verließen.

Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid teilte auf Twitter mit, mehr als 100 Soldaten seien getötet worden. Angaben der Taliban sind häufig stark übertrieben.

Balch gehört zu den eher sicheren Provinzen Afghanistans. Dort ist die Kommandozentrale für den gesamten Norden des Landes.

Angehörige der in Mazar-i-Sharif stationierten internationalen Truppen kamen nach deutschen Armeeangaben nicht zu Schaden.

Der Angriff war der zweite dieser Art auf eine Militäreinrichtung in den zurückliegenden Monaten. Im Camp Schahin sind im Rahmen des Nato-Einsatzes "Resolute Support" (RS) rund 70 ausländische Militärberater tätig, darunter auch deutsche Soldaten.

Die Taliban hatten im November bereits einen schweren Anschlag auf das deutsche Generalkonsulat in Masar-i-Scharif verübt. Mehrere Anläufe der afghanischen Regierung für Friedensgespräche mit den Taliban waren in der Vergangenheit gescheitert. Die Mitarbeiter des Konsulats blieben unversehrt.

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