Feinkost-Anbieter Homann bündelt Produktion

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Mehr als 1000 Jobs sind von dem geplanten Umzug betroffen. Den Angaben zufolge will das Unternehmen Millionen investieren. Hintergrund sei eine vom scharfen Wettbewerb und mangelnden Entwicklungspotenzial an den vier Produktionsstätten ausgelöste Krise des Unternehmens. Von den Plänen betroffen ist auch das Stammwerk in Dissen im Landkreis Osnabrück.

Müller will laut "Bild "die Feinkost-Sparte zukunftsfähig aufstellen und dazu die Produktion von Salaten, Dressings, Soßen und anderen Feinkost-Produkten an einem neuen Standort bündeln".

Bis 2020 sollen die Standorte Dissen, Lintorf, Bottrop und Floh-Seligenthal geschlossen werden.

Wie Müller mitteilte, sollen im Jahr 2020 vier Werke in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen geschlossen werden und dafür ein neuer, zentraler Standort in Sachsen aufgebaut werden. Es werde weiter voll gearbeitet und uneingeschränkt produziert. Langfristig sei es nicht möglich, die vier Werke profitabel zu betreiben. Mit einer Entscheidung für den sächsischen Standort könnte die Mitarbeiterzahl nach Unternehmensangaben auf bis zu 3500 steigen. Insgesamt beschäftigt Homann rund 3000 Mitarbeiter. Allen Beschäftigten in Dissen, Lintorf, Bottrop und Floh-Seligenthal solle ein Angebot zum Wechsel an den neuen Produktionsstandort 2020 gemacht werden. "Ich denke an all die jungen Familien, die vielleicht gerade ein Haus gebaut haben".

Von einer "Hiobsbotschaft" für die Beschäftigten sprach Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). "Es gab auf der kommunalen Ebene große Anstrengungen, die Homann-Standorte zu halten". "Von der aktuellen Entscheidung sind wir nicht informiert worden". Damit sind allein im Kreis Osnabrück mehr als tausend Arbeitsplätze bedroht. Ausschlaggebend für Müller dürften aus seiner Sicht vor allem auch die Lohnkosten sein, die in der Region für Facharbeiter um 400 bis 600 Euro über den Löhnen in Leppersdorf lägen. Ein endgültiger Beschluss über den Standort sei aber noch nicht gefallen, hieß es. Homann ist vor allem für seine Feinkostsalate bekannt. Die Schließung sei wegen eines unerwarteten Anstiegs der Rohstoffpreise sowie schwächerer Nachfrage notwendig geworden, begründete ein Sprecher der Unternehmensgruppe Theo Müller die Entscheidung damals. Bei der Suche nach einem geeigneten Standort seien mehr als 40 Alternativen in ganz Europa geprüft worden. Homann favorisiere trotz einiger Kostennachteile aber den Standort Deutschland.

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