Google will Adblocker in seinen Browser Chrome integrieren

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Laut dem WSJ kursieren bei Alphabet Inc. noch radikalere Pläne zu dem Thema: So könnte der Chrome-Adblocker auf Websiten, die störende Anzeigenformate enthalten, sämtliche Werbung sperren.

Im März hatte die Industrie-Koalition einen ersten Standard vorgestellt, der vor allem vier Werbeformen als unzulässig erachtet: Pop-Ups, Autoplay-Videos mit Ton, Vorschaltseiten mit Countdown und große Werbebanner.

Dieser Interessenverbund hat bestimmte Online-Anzeigen als nervig für Nutzer eingestuft.

Google möchte den Adblocker in die mobile und die Desktop-Version von Chrome einbauen. Dafür gründete der Konzern zusammen mit anderen einflussreichen Wirtschaftsgrößen im letzten Jahr die Organisation "Coalition for Better Ads", der im Laufe der Zeit namhafte Unternehmen wie Facebook, die Washington Post, Reuters, Procter & Gamble aber auch der Deutsche Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) sowie zahlreiche Verbände beigetreten sind. Der standardmäßig aktivierte Adblocker solle nur solche Werbung blockieren, die für eine "schlechte Nutzererfahrung" sorgen könne. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Googles primäre Einnahmequelle ist die Werbung, und doch soll das Unternehmen nun an einem neuen Feature arbeiten, das diesem Ziel zumindest auf den ersten Blick direkt zuwiderläuft. Google wird angeblich noch entscheiden, ob nur einzelne Anzeigen oder die geamte Werbung auf jeder Website geblockt wird, die die "Schwelle der Verbraucher Akzeptanz" überschreitet. Doch genau dies soll Google für seinen eigenen Browser Chrome planen - auch wenn eine Bestätigung des Unternehmens bisher ausbleibt.

Denkbar wäre aber auch, dass Google sein eigenes Werbegeschäft durch den eigenen Adblocker unterstützt. Die Werber aber auch viele Webseiten muten dem User immer mehr Unannehmlichkeiten zu, schießen sich aber letztlich selbst dabei ins Knie.

Es ist ein gewagtes Vorhaben: Chrome ist mit rund 52 Prozent Marktanteil (StatCounter) der mit Abstand beliebteste Browser. Google selbst zahle bereits, um Teil des "Acceptable Ads"-Programms des Adblock-Plus-Herstellers Eyeo zu sein".

Wenn es richtig umgesetzt wird, würde diese Funktion nicht nur Google zugute kommen. Laut dem Wall Street Journal könnte die Maßnahme in den nächsten Wochen angekündigt werden, einzelne Details werden aber noch geklärt. In den USA nutzen mehr als ein Viertel aller Nutzer einen Adblocker, in Deutschland sind es fast ein Drittel.

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