Kriminalität Deutschland: "Bild": Zahl der Gewaltdelikte ist 2016 deutlich gestiegen

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Im Jahr 2016 wurden insgesamt 6,37 Millionen Fälle registriert und damit 41.900 oder 0,7 Prozent mehr als im Vorjahr, wie die "Bild"-Zeitung am Freitag unter Berufung auf die polizeiliche Kriminalstatistik berichtete". Die genauen Zahlen will Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Innenministerkonferenz, Markus Ulbig (CDU), am Montag in Berlin vorstellen. Nach den Stadtstaaten Berlin (16.161 erfasste Straftaten pro 100.000 Einwohner), Bremen (13.687) und Hamburg (13.384) ist Nordrhein-Westfalen der Flächenstaat mit der höchsten Kriminalitätsrate.

Die Stadt mit der geringsten registrierten Kriminalität bleibt wie in den Vorjahren München. Allein in der Silvesternacht 2015/2016 hatten nach sexuellen Übergriffen in Köln und anderen deutschen Städten Hunderte Frauen solche Taten zur Anzeige gebracht.

Die Statistik zeigt mit Blick auf die anderen Städte in Deutschland, dass das Risiko, Opfer eines Verbrechens zu werden, regional höchst unterschiedlich ist. In München (7909 Taten) ist es am sichersten, gefolgt von Augsburg (7988).

Baden-Württemberg verzeichnet im Bundesvergleich die wenigsten registrierten Straftaten. Im bundesweiten Schnitt werden 7755 Straftaten verübt, am sichersten ist Baden-Württemberg mit 5599 Taten vor Hessen 6672 und Rheinland-Pfalz 6775.

Die Kriminalstatistik beziffert überdies den Gesamtschaden, der durch alle Straftaten in der Bundesrepublik entstanden ist: rund 6,8 Milliarden Euro. Damit liegt die Aufklärungsquote auf dem Niveau des Vorjahres (56,3 Prozent). Sie nahmen auf 2.418 Fälle zu. Bei den Gewalttaten gab es einen Anstieg auf 193 542 Fälle (plus 6,7 Prozent). "Bei diesen Delikten prägt Alkoholeinfluss die Tatbegehung weiterhin in erheblichem Umfang", betont die Kriminalstatistik. Dabei legten etwa die Fälle von Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen um 14,3 Prozent auf 2418 Fälle zu. Die Zahl der Raubdelikte ging hingegen um 3,7 Prozent auf 43 009 Fälle zurück.

Bemerkenswert ist eine Kennziffer aus einem anderen Kriminalitätsfeld, die aber dazu passt.

Demnach gab es in Berlin im vergangenen Jahr 16.161 erfasste Straftaten pro 100.000 Einwohner. Bei dem darin enthaltenen Tatbestand "Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte", meist Polizisten, wurde eine Zunahme um 9,1 Prozent auf 22.569 Fälle registriert. Viele Straftaten wie kleine Diebstähle und Drogendelikte werden nie bei der Polizei gemeldet. Ihre Zahl sank um 4,4 Prozent auf insgesamt 2,37 Millionen Fälle. Dennoch nahm diese aufgrund der erheblich gestiegenen Zuwanderung um fast elf Prozent zu.

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