Neu entdeckte Supererde könnte bester Kandidat für Suche nach Leben sein

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Der Planet, der einen Roten Zwergstern in rund 40 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Walfisch umkreist, hat einen Durchmesser von knapp 18.000 Kilometern und ist damit etwa 1,4-mal größer als die Erde. Zieht ein Planet auf seiner Bahn regelmässig vor seinem Zentralstern vorüber, so verrät er sich durch kleine periodische Abschwächungen der Sternhelligkeit. Aus diesem Grund wird tief ins All geblickt.

"Dies ist der wohl faszinierendste extrasolare Planet, den ich im Laufe der letzten zehn Jahre gesehen habe", so Jason Dittmann vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics. Er ist aber auch nicht so weit von LHS 1140 entfernt, als dass extreme Minusgrade auf ihm herrschen würden.

Es ist die übergeordnete Frage für Weltraumforscher: Gibt es außerhalb der Erde Leben? Der Exoplanet ist etwas größer und deutlich massereicher als die Erde, hat aber wahrscheinlich den größten Teil seiner ursprünglichen Atmosphäre halten können. Seine hohe Dichte spricht dafür, dass sein Eisenkern größer ist als der irdische Kern, wie die Forscher erklären. Eine große Entfernung zwischen unserer Erde und der "Super-Erde" bleibt dennoch: Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt.

"Das ist der spannendste Planet, der mir in den vergangenen Jahrzehnten untergekommen ist", betonte Dittmann in einer Mitteilung seines Instituts. Mittlerweile sind mehr als 3600 Exoplaneten bekannt - darunter auch immer mehr Kandidaten, die potenziell lebensfreundliche Bedingungen aufweisen könnten. Bei der neu entdeckten "Super-Erde" allerdings bestehen laut ihren Entdeckern die besten Chancen auf die Entdeckung von Leben. Denn der Planet kreist mitten in der habitablen Zone seines Sterns.

Blick auf Atmosphäre Die Astronomen vermuten, dass Supererde eine Atmosphäre besitzt.

Rote Zwergsterne sind deutlich kleiner und kühler als unsere Sonne. Die große Masse würde schon mal dafür sprechen, dass dieser Planet eine Atmosphäre an sich binden könnte.

"Über die Zusammensetzung der Atmosphäre können wir bisher nur spekulieren", sagt Dittmann. Sein Heimatstern wird mit dem Hubble Space Telescope genauer vermessen werden, um dessen Einfluss auf eine potentielle Atmosphäre von LHS 1140b besser einschätzen zu können.

Astronomen hoffen, mit Teleskopen der nächsten Generation, wie dem James-Webb-Weltraumteleskop, auch die Gashülle von erdähnlichen Gesteinsplaneten spektrografisch vermessen zu können und so Anhaltspunkte auf deren chemische Zusammensetzung zu gewinnen. "Wir hätten uns kaum ein besseres Ziel wünschen können...". "Was die Entdeckung von Exoplaneten angeht, war das letzte Jahr wirklich bemerkenswert!" Die Astronomen haben ihn mit Hilfe des MEarth-Teleskopverbunds entdeckt und nun im Journal "Nature" der Öffentlichkeit vorgestellt.

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