Obduktionsergebnis Toter ist gefesselter Iraker von Arnsdorf

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Die Obduktion der bereits stark verwesten Leiche habe ergeben, dass der Iraker wohl bereits im Januar in dem Waldstück bei Dorfhain erfroren sei, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden. Die Dresdner Mordkommission hat nun die polizeilichen Ermittlungen übernommen. Ein Jagdpächter habe am Montag eine männliche Leiche entdeckt, bei der die Aufenthaltsgenehmigung des Irakers gefunden worden sei, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Dresden mit.

Der psychisch kranke Iraker war im Mai vergangenen Jahres in Arnsdorf (Kreis Bautzen) von vier Männern nach einer Auseinandersetzung in einem Supermarkt überwältigt und an einen Baum gefesselt worden.

Es konnten keine Anzeichen auf eine äußere Gewalteinwirkung festgestellt werden. Das Ergebnis des DNA-Abgleichs zur zweifelsfreien Identifizierung steht noch aus.

Von dem Vorfall am 21. Mai kursierte ein Video in sozialen Onlinenetzwerken. Gegen vier 29- bis 56-Jährige war Ende 2016 Anklage wegen Freiheitsberaubung erhoben worden, ihr Prozess beginnt am 24. April am Amtsgericht Kamenz. Schließlich eskalierte die Situation. Anschließend sollen sie den Betroffenen gefesselt, zu Boden gedrückt und kurz darauf über mehrere Minuten an einen Baum mit einem Kabelbinder gefesselt haben.

Die Tatverdächtigen gaben damals zur Begründung an, sie hätten eine angebliche Gefährdungssituation abwenden und den Iraker an der Flucht hindern wollen. Ebenso eingestellt wurde ein Verfahren gegen den Görlitzer Polizeichef. Auch Untersuchungen gegen zwei Polizisten, unter anderem wegen unterlassener Hilfeleistung, wurden nicht weiterverfolgt.

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