Rheinische Post: Grüne warnen Erdogan-Anhänger in Deutschland

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Bei der Integration von Türken in Deutschland müsse "auf jeden Fall einiges nachgebessert werden", sagte Sofuoglu.

Angesichts der hohen Zustimmungsraten der in Deutschland lebenden Deutsch-Türken für eine Verfassungsänderung in der Türkei hat Deutschlands Innenminister Thomas de Maizière einen klaren Appell an diese Menschen gerichtet.

Von der Bundesregierung forderte Özdemir endlich aus den Fehlern der Integrationspolitik der letzten Jahrzehnte zu lernen. "Wer in Deutschland auf Dauer glücklich werden will, kann nicht nur mit den Zehenspitzen auf dem Grundgesetzt stehen, sondern muss mit beiden Füßen auf dem Boden unserer Verfassung stehen". Dass sich aber fast zwei Drittel der Deutsch-Türken, die an die Urnen gegangen sind, für Erdogan und seine Pläne einer Verfassungsänderung ausgesprochen haben, erschreckt mich.

"Wir brauchen eine Strategie, die zum Ziel hat, Kopf und Herzen der Deutsch-Türken zu erreichen", sagte er. Deutschland sei ein offenes Land, aber auch eines mit einem großartigen Grundgesetz und einer Werteordnung, deren Respekt wir von allen einfordern.

Das türkische Verfassungsreferendum hat in Deutschland eine Debatte um Integration ausgelöst.

Die CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt hätte sich nach eigener Aussage von den in Deutschland lebenden Türken "ein klares Bekenntnis zu Rechtsstaatlichkeit und Demokratie" gewünscht. Er hoffe, dass die türkische Regierung vernünftig mit dem Ergebnis des Referendums umgehe und die Situation in dem Land nicht weiter eskaliere.

Die Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und des Europarates hatten erklärt, das Referendum habe internationalen Standards nicht genügt. In Deutschland hatten mehr als 60 Prozent der türkisch-stämmigen Wähler für die Verfassungsreform gestimmt.

Die ganze F.A.Z.in völlig neuer Form, mit zusätzlichen Bildern, Videos, Grafiken, optimiert für Smartphone und Tablet. Die türkische Regierung wies die Kritik als "inakzeptabel" zurück. Eine Diskussion darüber, ob die Türkei künftig Nato-Mitglied bleiben solle, sei derzeit nicht sinnvoll.

Deutschtürken haben aus Sicht des Bundesvorsitzenden der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Gökay Sofuoglu, auch aus Protest das Präsidialsystem Recep Tayyip Erdogans mehrheitlich unterstützt.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan zeigte sich nach dem knappen Ausgangs des Verfassungsreferendums am Montag unbeeindruckt von Kritik und kündigte an, rasch mit dem Umbau des Staates zu beginnen. Die türkische Opposition kündigte eine Anfechtung des Ergebnisses an.

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