USA - Arkansas richtet Häftling hin

Einstellen Kommentar Drucken

Henker im amerikanischen Bundesstaat Arkansas haben das erste Todesurteil seit 2005 vollstreckt. Journalisten berichteten von vor Ort auf Twitter unter Berufung auf Zeugen, er habe anscheinend schnell das Bewusstsein verloren und nicht gelitten. In der kommenden Woche sind drei weitere Hinrichtungen geplant. Der Häftling Ledell Lee wurde in der Nacht zum Freitag per Giftspritze hingerichtet, wie das Justizministerium des Bundesstaates mitteilte.

Bis Ende April sollen in Arkansas mehrere weitere Männer hingerichtet werden, weil das Haltbarkeitsdatum einer bei den Exekutionen verwendeten Substanz abläuft.

Hutchinson hatte deshalb die größte Hinrichtungswelle in den USA seit 40 Jahren angeordnet: Binnen zehn Tagen sollten ab Ostermontag acht Todeskandidaten sterben. Nach langem juristischen Tauziehen erlaubte ein Gericht die Tötung per Giftspritze. Er bestritt stets die Tat.

Deutschland habe gemeinsam mit seinen Partnern in der Europäischen Union im Vorfeld einen schriftlichen Appell an den Gouverneur von Arkansas gerichtet und "darum gebeten, dass die Strafen für die insgesamt acht zum Tode Verurteilten in Arkansas in eine andere Strafe umgewandelt" werden, sagte Schäfer weiter.

Arkansas hatte es mit den Hinrichtungen so eilig, weil die Haltbarkeit der Arznei Midazolam Ende des Monats abläuft, das ebenfalls Teil des Giftcocktails ist. Das Oberste US-Gericht lehnte Lees Anträge gegen die Hinrichtung jedoch ab. In dem Tauziehen ging es zum großen Teil um die Hinrichtungsmethode.

So hatte eine Bezirksrichterin am Mittwochabend eine einstweilige Verfügung gegen den Gebrauch von Vecuronium erlassen, einem von drei Mitteln, die Gefangenen bei der Hinrichtung eingespritzt werden. Die Richterin war einer Klage der Pharmafirma McKesson gefolgt: Dieser hatte dem US-Staat vorgeworfen, beim Kauf vorgetäuscht zu haben, das Vecuronium zu medizinischen Zwecken benutzen zu wollen.

Das höchste Gericht des Staates hob das Verbot der niedrigeren Instanz nur wenige Stunden vor dem geplanten Exekutionstermin auf. Die Verwendung dieser Substanz ist wegen Berichten über qualvolles Sterben höchst umstritten.

Comments