"Extremistische Organisation": Russland verbietet Zeugen Jehovas

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Das Moskauer Sowa-Zentrum, das sich die Beobachtung extremistischer Gruppen zur Aufgabe gemacht hat, bezeichnete das Vorgehen gegen die Sekte als "klaren Fall von religiöser Diskriminierung". Es wurde hervorgehoben, dass das Recht auf Versammlungsfreiheit durch die internationalen Menschenrechtsstandards und die Verfassung Russlands garantiert werde.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat das Verbot der Zeugen Jehovas in Russland als gravierenden Verstoß gegen die Religionsfreiheit kritisiert. Die Zeugen Jehovas kündigten unterdessen an, sie wollten die Entscheidung vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anfechten. Die umstrittene Gemeinschaft ist Ende des 19. Jahrhunderts in den USA gegründet worden und hat weltweit rund acht Millionen Mitglieder. Die orthodoxe Kirche wirft den Zeugen Jehovas Anstiftung zum Hass gegen Orthodoxe vor. Wie andere Gruppen und Ethnien auch, die Opfer stalinistischer Repression geworden waren. Die katholische Kirche erkennt "Jehovas Zeugen" nur bedingt als christliche Gemeinschaft an, da ihre Anhänger zwar an Jesus Christus, nicht aber an die Trinität glauben.

Das Justizministerium wirft der Glaubensgemeinschaft vor, Bürgerrechte zu bedrohen und die öffentliche Ordnung und Sicherheit zu gefährden.

Gegen die Zeugen Jehovas hat das russische Justizministerium geklagt und gefordert, die Organisation aufzulösen und deren Tätigkeit landesweit zu verbieten. Ebenfalls gefährlich sei die Zeitschrift der "Wachturm", die trotz Verbots weiter verteilt werde. Offensichtlich gewahrte das Ministerium darin eine Herausforderung für das Putinsche Herrschaftsmodell, das neben dem Präsidenten niemanden duldet. Mit allen Mitteln treibt Moskau die Militarisierung Russlands voran. Zuletzt setzten die Behörden mehr als 80 Schriften der Zeugen auf eine Liste "extremistischer Literatur".

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