Bundeswehr findet in weiterer Kaserne Wehrmachts-Devotionalien

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Nach einem Hinweis seien in der Fürstenberg-Kaserne in Donaueschingen in einer Vitrine vor der Kantine Stahlhelme der Wehrmacht gefunden worden, berichtete Spiegel online. Außerdem fanden sich dort eine Wehrmachts-Pistole, ein offenbar nachgebautes Maschinengewehr mit Patronengürtel und diverse Orden.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte nach den Enthüllungen über den terrorverdächtigen und mutmaßlich rechtsextremen Offizier Franco A. gesagt, sie rechne damit, dass noch weitere rechtsextreme Vorfälle bekannt werden. Zuvor waren bereits in der Kaserne im elsässischen Illkirch, wo Franco A. stationiert war, zahlreiche Wehrmachts-Devotionalien in einem Freizeitraum entdeckt worden. Anlass war laut einem Bericht der "Bild" ein Champions-League-Spiel. Drei Soldaten seien damals mit Geldbußen bestraft und entlassen worden. Nach derzeitigem Kenntnisstand handelte es sich nicht um strafrechtlich relevante Fundstücke wie zum Beispiel Hakenkreuze, sagte der Sprecher. Oberleutnant Franco A. (28) hatte ein bizarres Doppelleben als falscher Flüchtling geführt und womöglich einen Anschlag geplant. "Der kritisierte Vorgesetzte (hat) durch seinen Disziplinarvorgesetzten eine Rüge in Form einer förmlichen Belehrung erhalten", sagte ein Ministeriumssprecher der "Bild"-Zeitung (Freitag)".

Beide Jägerbataillone gehören zur Deutsch-Französischen Brigade. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will derzeit über alle Ermittlungen wegen rechtsextremer Umtriebe in ihrer Truppe direkt informiert werden. Auch ob es rechtsextreme Netzwerke in der Truppe gebe, sei noch offen. Der "Rheinischen Post" sagte Maas, wer die Wehrmacht glorifiziere, habe in der Bundeswehr nichts zu suchen. Einzige Ausnahme seien Einzeltaten im Widerstand. Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen den inhaftierten Franco A. wegen des Anfangsverdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. "So lange die Franzosen das Ende des Krieges als "victoire" feiern, solange nimmt keine deutsche Delegation, eingeladen oder nicht, an einer solchen Zeremonie teil". Der Vorsitzende Josef Schuster verwies in der "Rheinischen Post" am Samstag auf eine Umfrage des Verteidigungsministeriums von 2007, wonach sich schon damals vier Prozent der befragten Soldaten vorstellen konnten, rechtsextremistische Parteien wie NPD oder DVU zu wählen. "Seine bislang angewandten Methoden zum Schutz der Bundeswehr vor inneren Gefahren sind nach Lage der Dinge völlig unzureichend".

Bundesjustizminister Maas betonte die besondere Verantwortung der Bundeswehr, gegen Rechtsextremismus vorzugehen.

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