Cyber-Attacken erreichen auch Deutsche Bahn

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Nach den Cyber-Attacken unter anderem auf die Deutsche Bahn hat das Bundeskriminalamt BKA die Ermittlungen übernommen. Die Schwachstelle wurde zwar bereits im März von Microsoft grundsätzlich geschlossen - aber geschützt waren nur Computer, auf denen das Update installiert wurde. Nach Erkenntnissen des Sicherheitsexperten Troy Hunt wurden auf drei von den Erpresser genannte Bitcoin-Konten zunächst rund 18 000 Dollar eingezahlt. Denn das Angriffsprogramm versuche bei jeder Infektion eines neuen Rechners, diese Webadresse anzusteuern, erklärte die Sicherheitsfirma Malwarebytes. Kranke waren gebeten worden, nur in dringenden Fällen in Notaufnahmen zu kommen. Bei der Deutschen Bahn seien teilweise digitale Anzeigetafeln sowie Ticketautomaten an Bahnhöfen ausgefallen, teilte ein Sprecher in Berlin mit.

Seit Freitag waren weltweit zehntausende Computer von einer großangelegten Attacke mit Erpressungstrojanern betroffen. Bundesinnenminister Thomas De Maizière (CDU) sprach von "erheblichen Cyber-Sicherheitsvorfällen". Rund tausend Computer seien attackiert worden, sagte eine Sprecherin des Ministeriums am Freitag der Nachrichtenagentur Interfax. Neu für diese Art von Schadsoftware war, dass sie von alleine neue Computer ansteckte, ohne dass ein Nutzer etwa auf einen präparierten Link klickte.

Derzeit ist noch unklar, wie viele Unternehmen oder öffentliche Einrichtungen in Deutschland betroffen sind. Nach Angaben der Bahn ist der bundesweite Zugverkehr durch den Trojaner allerdings nicht beeinträchtigt.

- KRANKENHÄUSER: Im Februar 2016 legt ein Erpressungstrojaner die IT-Systeme des Lukaskrankenhauses in Neuss lahm. Laut Zahlen der Sicherheitssoftware-Firma Symantec wuchs das Ausmaß der Attacken im vergangenen Jahr um 36 Prozent. Der Angriff zog weltweit Kreise.

Auch das russische Innenministerium war betroffen. Die Angreifer wollen die Rechner erst gegen Zahlung eines Lösegeldes wieder freischalten. Auch andere Krankenhäuser sollen betroffen gewesen sein, hätten dies aber geheimgehalten. Experten erklären, Behörden gerieten bei den breiten Angriffen eher zufällig ins Visier.

- RATHÄUSER: Ähnliche Erpressungstrojaner trafen im Februar auch die Verwaltungen der westfälischen Stadt Rheine und der bayerischen Kommune Dettelbach. - ÖFFENTLICHER NAHVERKEHR: In San Francisco konnte man Ende November kostenlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, weil die rund 2000 Ticket-Automaten von Erpressungs-Software befallen wurden.

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