EU-Kommission: Europas Wirtschaft wächst etwas stärker

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Die Staatsschulden sollen laut Prognose im laufenden Jahr nur auf 82,8 Prozent des BIP zurückgehen (Winterprognose war 81,0 Prozent), für 2018 folgt eine weitere Reduktion 81,2 Prozent des BIP (Winterprognose war 79,3 Prozent). Waren es im Februar noch 2,7 Prozent BIP-Wachstum, hat die Kommission diesen Wert in der Frühjahrsprognose auf 2,1 Prozent zurückgenommen.

Die EU-Frühjahrsprognose sagt für Österreich ein geringfügig höheres Wachstum voraus als noch in der Wintervorschau vom Februar. Die EU-Kommission hob ihre Wachstumsprognose für 2017 leicht an, und zwar sowohl für die Europäische Union insgesamt als auch für die Eurozone und für Deutschland. In diesem Jahr wird eine Erwerbslosenquote von 9,4 Prozent erwartet, im kommenden Jahr dann von 8,9 Prozent - das wäre der niedrigste Wert seit Anfang 2009. Im vorigen Jahr war Deutschland mit 1,9 Prozent noch weit stärker gewachsen als der westliche Nachbar (1,2 Prozent), an dessen Staatsspitze künftig der links-liberale Emmanuel Macron stehen wird.

Im laufenden Jahr wird die Arbeitslosenrate von 6,1 auf 5,9 Prozent gesenkt, für 2018 wird eine Reduktion von 6,2 Prozent aus der Winterprognose auf nunmehr ebenfalls 5,9 Prozent vorausgesagt, heißt es aus den Zahlen der EU-Kommission vom Donnerstag. Die Winterprognose war noch von 6,1 Prozent für das laufende Jahr und von 6,2 Prozent für 2018 ausgegangen. Die niedrigen Zinszahlungen und die "moderate Lohnentwicklung im öffentlichen Lohnsektor" würden begünstigen, dass die Haushaltsdefizite weiter zurückgehen, so die Kommission. Das wäre ein Rückgang von 0,2 Prozent. Über der Maastrichtgrenze liegt noch Spanien (-3,2 Prozent). Positiv sei, dass es keine Bedrohung durch Rechtsextreme gebe. Macrons Wahlsieg habe auch die Chancen für ein eigenes Eurozonen-Budget und einen eigenen Eurozonen-Finanzminister gesteigert. Weil viele der ehemaligen Krisenländer und Länder Osteuropas aber schneller wachsen, liegt Österreich im EU-Vergleich zurück. "Das Wachstum gewinnt an Fahrt", sagte der für den Euro-Raum zuständige Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis. Für die USA sagt die EU für dieses Jahr 2,2 und für nächstes 2,3 Prozent Wachstum vorher. Dennoch sei die Lage in den einzelnen EU-Staaten sehr unterschiedlich. Dies bedeute eine Öffnung der Märkte für Waren und Dienstleistungen bis zur Modernisierung der Arbeitsmärkte und Sozialsysteme.

Die wirtschaftliche Erholung in Europa geht in das fünfte Jahr und hat alle EU-Mitgliedstaaten erreicht, so die EU-Kommission in einer aktuellen Pressemitteilung. Zugleich konstatierte er starkes Vertrauen der Unternehmen und Verbraucher sowie eine Verbesserung des Welthandels. Auch ist es erfreulich, dass die große Unsicherheit, die wir in den letzten zwölf Monaten erlebt haben, langsam zu schwinden scheint.

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