Trump warnt gefeuerten FBI-Chef und droht mit der Einstellung der Pressebriefings

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Zuvor hatte der amtierende FBI-Chef Andrew McCabe ein anderes Bild gezeichnet und der Darstellung des Weißen Hauses widersprochen, Comey habe in der Behörde an Rückhalt verloren.

Donald Trump im Oval Office.

Ein weiterer Knüller betraf ebenfalls den gefeuerten FBI-Direktor James Comey: Dieser hätte eigentlich am kommenden Dienstag vor einem Ausschuss des US-Senates, der die mutmaßliche Beeinflussung der US-Präsidentschaftswahlen durch Russland untersucht, aussagen sollen.

Bevor er Informationen an die Medien weitergebe, solle Comey "besser hoffen, dass es keine 'Aufzeichnungen' von unseren Gesprächen gibt", schrieb Trump am Freitag auf Twitter. Als Trump dann "ehrliche Loyalität" gefordert habe, habe Comey geantwortet: "Die werden Sie haben".

Dass ein Präsident eine solche Frage überhaupt stellen könnte, ist zumindest überraschend, wenn nicht ungehörig oder ein Verstoss gegen die Regeln. Auch gebe es keine Verflechtung mit Schulden, weder von Trump selbst noch von seiner Organisation. Das Schreiben war vom Weissen Haus als Rechtfertigung für Comeys Entlassung zitiert worden. Die "New York Times" berichtet von Trump-Anhängern, sie würden sich über die "typische Wut" der Linken viel mehr aufregen als über die Entlassung Comeys selbst. Jetzt zweifelt er in aller Öffentlichkeit an Trumps Worten.

Der Präsident wollte offenbar andeuten, dass er über für Comey unangenehme Informationen aus seinen Gesprächen mit dem Ex-Direktor der Bundespolizei verfügt.

US-Präsident Donald Trump macht es derzeit seinen Gegnern leicht. Diese führten zu seinem Rücktritt.

Comey hat Trumps Darstellung von den drei Gesprächen, zwei per Telefon und eines bei einem Abendessen, bisher nicht bestätigt. Die Drohung fördert jedenfalls nicht die Glaubwürdigkeit des Präsidenten.

Im NBC-Interview wies Trump jede Verbindung zwischen seinem Wahlkampfteam und Russland kategorisch zurück. Dabei habe er auch an die Russland-Untersuchung des FBI gedacht, die eine "erfundene Story" der Demokraten sei.

Trump hat aus seinem Herzen noch nie eine Mördergrube gemacht: Zuletzt nannte er die FBI-Ermittlungen am Montag eine "Farce", die mit Steuergeldern finanziert werde.

Trump suggeriert, Aufzeichnungen zu haben, mit denen er den FBI-Direktor in der Öffentlichkeit vorführen könnte. Nixon hatte vor seinem Rücktritt den unabhängigen Chefermittler in dem Skandal entlassen. Trump hatte den FBI-Chef im Wahlkampf noch für die Ermittlungen zu Clintons E-Mails gelobt.

In dem Interview erklärte Trump, wenn es wahr sei, dass sich Russland in die Wahl eingemischt habe, wäre dies "schrecklich".

Die Zuspitzung der Beziehungen zwischen dem Weißen Haus und dem FBI, das personelle Säuberungen erwartet, wird nicht die einzige und wichtigste Folge der Entlassung Comeys sein. Demnach hatte ihm Rosenstein ein Memorandum zu Comey unterbreitet, das einem Sündenregister gleichkam. Bisher hatte es von allen Seiten geheißen, die Russland-Ermittlungen hätten bei der Entlassung nicht die geringste Rolle gespielt. Diese Version war nicht nur von seinen Presseleuten, sondern auch vom Vizepräsidenten, Mike Pence, beharrlich verbreitet worden.

Im Weißen Haus herrschte wegen der unterschiedlichen Angaben zum Comey-Rauswurf Chaos.

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