Weiterer Raketentest in Nordkorea — Trotz UN-Verbot

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Erneut feuerte das streng abgeriegelte kommunistische Land am Sonntag (Ortszeit) ein bisher "unbekanntes Geschoss" ab.

Nordkorea hat trotz UN-Sanktionen und wachsenden Drucks der USA erneut eine Rakete getestet. Möglicherweise habe Pjöngjang einen neuen Raketentyp getestet. Der aktuelle Test war der erste seit dem Amtsantritt des neuen südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In. Die Rakete sei etwa 700 Kilometer geflogen.

2000 Kilometer wären eine außergewöhnliche Höhe - zum Vergleich: Die internationale Raumstation ISS umkreist die Erde mit rund 400 Kilometern Abstand.

Nach Angaben der japanischen Verteidigungsministerin Tomomi Inada flog die Rakete 30 Minuten lang und stürzte dann vor der Ostküste Nordkoreas ins Meer.

Japans Premierminister Shinzo Abe bestätigte den Protest der Regierung vor Reportern. Nordkorea hatte im April zwei Raketentests unternommen, die aber nach südkoreanischen Angaben beide fehlschlugen. Zuletzt zündete Nordkorea vor gut zwei Wochen eine Rakete, das Geschoss explodierte jedoch kurz nach dem Start. Als Reaktion auf die jüngsten Raketentests verhandeln die USA Diplomatenkreisen zufolge mit China auch über eine Verschärfung von Strafmaßnahmen der Vereinten Nationen. China ist mit Nordkorea verbündet, hat seinen Nachbarn aber auch wiederholt zur Mäßigung aufgefordert.

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Südkoreas neuer Präsident Moon hatte erst bei seiner Vereidigung am Mittwoch gesagt, er sei bereit, sich umgehend um einen Abbau der Spannungen mit dem Norden zu bemühen, und hat auch einen Besuch beim nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un nicht ausgeschlossen. Die Direktorin des Büros für Nordamerika-Angelegenheiten des nordkoreanischen Außenministeriums, Choe Son Hui, sagte, Pjöngjang sei bereit, sich zu Verhandlungen mit der Trump-Regierung zu treffen, wenn die Umstände dafür passen würden. "Ich werde nach Peking und Tokio reisen, und wenn die Voraussetzungen gut sind, auch nach Pjöngjang".

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