Junge bei Protesten gegen Regierung in Venezuela getötet

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Die Opposition hat die Armeeführung zu politischen Gesprächen über die Krise in dem südamerikanischen Land aufgefordert. "Ein Beamter wurde durch einen Kopfschuss schwer verletzt", schrieb der Gouverneur des Bundesstaats Carabobo, Francisco Ameliach, im Kurznachrichtendienst Twitter. "Er ist in einem kritischen Zustand und ringt um sein Leben".

Nach Angaben der Opposition wurde in der Region ein weiterer Mann erschossen.

Demonstranten haben in Venezuela zwei Polizisten als Geiseln genommen und stundenlang festgehalten.

Seit Beginn der Protestwelle Anfang April wurden mehr als 40 Menschen getötet und Hunderte verletzt. "Das ist ein Angriff auf die parlamentarische Immunität", sagte der Vizepräsident der Nationalversammlung, Freddy Guevara. Nun sind bei Zusammenstößen erneut zwei Menschen ums Leben gekommen.

Bisher steht das einflussreiche Militär fest an der Seite des umstrittenen Staatschefs Nicolas Maduro.

Die Polizisten wurden von den Geiselnehmern gefilmt und gezwungen, die Freilassung inhaftierter Oppositioneller zu fordern.

Angesichts einer schweren Wirtschaftskrise demonstrieren in dem ölreichen Staat seit Wochen Tausende Menschen gegen Präsident Nicolás Maduro und dessen aus ihrer Sicht autoritären Regierungsstil. Die konservative Opposition boykottiert zudem Maduros Pläne für eine verfassunggebende Versammlung.

In der Hauptstadt Caracas forderten am Sonntag dutzende schwarz gekleidete Frauen ein Ende der Gewalt gegen Demonstranten. "Soldat, senke deine Waffe, lasse uns durch und du wirst mit Liebe und Verständnis empfangen", hieß es in einer Erklärung, die die Schauspielerin Caterina Valentino vor einer Absperrung verlas.

Bei den Protesten in Venezuela hat es ein weiteres Todesopfer gegeben. Bei Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften, Oppositionellen und Regierungsanhängern kamen bislang 39 Menschen ums Leben, rund 800 wurden verletzt. Außerdem machen sie ihn für die hohe Inflation und Lebensmittelknappheit verantwortlich.

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