Trump warnt gefeuerten FBI-Chef Comey

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Trump versuchte, gravierende Unterschiede zwischen seinen Worten und den Darstellungen seiner Sprecher damit zu begründen, er sei ein sehr aktiver Präsident, und viele Dinge geschähen.

In einem weiteren Tweet warnte Trump Comey vor der heimlichen Weitergabe von Informationen.

Washington - US-Präsident Donald Trump ist in der Affäre um den gefeuerten FBI-Chef James Comey zum Gegenangriff übergegangen. Später widersprach er der Darstellung.

Sein plötzlicher Rauswurf sorgt weiterhin für heftige Debatten: James Comey.

US-Präsident deutet die Existenz von Mitschnitten seiner Gespräche mit dem Polizeichef an und attackiert erneut die Medien. Einen solchen Schritt hatte seinerzeit auch Präsident Richard Nixon getan, als gegen ihn wegen der Watergate-Affäre ermittelt wurde. Er benutzte dafür den Ausdruck "showboat", und jeder Trump-Biograph weiß, dass der schillernde Präsident in seinen Gewässern kein zweites Schiff duldet, das glänzt und funkelt.

Trump hatte Comey am Dienstag überraschend entlassen. McCabe bekräftigte außerdem, dass die Untersuchung der Russland-Affäre durch Comeys Entlassung nicht beeinträchtigt sei und er sie mit ganzer Kraft weiterführen werde. Er habe Comey im Wissen entlassen, dass "es keine gute Zeit dafür gibt, das zu tun", so Trump offenbar mit Blick auf die Nachforschungen zu Russland. Der FBI-Chef hatte im März in einer öffentlichen Anhörung des Kongresses bestätigt, dass die FBI-Ermittlungen zu den mutmaßlichen russischen Hackerangriffen auf die Demokratische Partei von Trumps Rivalin Hillary Clinton im Wahlkampf auch die mögliche Verwicklung von Trump-Mitarbeitern einbeziehen. Hintergrund sind Nachforschungen des FBI wegen einer etwaigen russischen Beeinflussung der Präsidentenwahl 2016 und möglicher Absprachen mit dem Trump-Team. Trump erinnerte sich an das Gespräch mit Comey im NBC-Interview so: "Einmal hat er mich angerufen, und einmal habe ich ihn angerufen".

Vertreter des US-Justizministeriums werden am Samstag vier potentielle Nachfolger für den Posten des entlassenen FBI-Direktors James Comey interviewen. Demnach war der Präsident einer Empfehlung der Spitze des Justizministeriums gefolgt, die den Umgang des FBI-Chefs mit Clintons E-Mail-Affäre gerügt hatte. Auch auf ausdrückliche Nachfrage sagte Spicer nicht, dass Gespräche Trumps nicht aufgezeichnet würden.

Damit reagiert der Präsident auf Medien-Berichte, die seine Version der Ereignisse, die zur Entlassung des FBI-Direktors führten, erneut in Zweifel zogen. Trump soll daraufhin "ehrliche Loyalität" erbeten und Comey geantwortet haben: "Die werden Sie bekommen". So nannte er die Untersuchung "hochbedeutsam", während Trumps Sprecherin Sarah Huckabee Sanders sie als Marginalie abgetan hatte. Clinton machte ihn deshalb für ihre Niederlage gegen Trump mitverantwortlich. Natürlich ließen es sich Journalisten nicht nehmen, an einer Pressekonferenz des Weißen Hauses am Freitag nachzubohren. Einige US-Medien schreiben, Rosenstein habe Trump mit Rücktritt gedroht, falls der an der Behauptung festhalte, Rosensteins Empfehlung sei entscheidend gewesen.

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