EU und USA sprechen über mögliches Laptop-Verbot auf Flügen

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Brüssel - Die EU und die USA führen am Mittwoch Gespräche über ein von Washington erwogenes Laptop-Verbot auf Flügen in die Vereinigten Staaten.

Sollte der vom US-Heimatschutz geprüfte Laptop-Bann auch für Starts aus der EU kommen, müssten die Firmen zwangsläufig die USA-Reisen ihrer Mitarbeiter auf den Prüfstand stellen und würden möglicherweise auf elektronische Kommunikationswege umsteuern, sagte der Geschäftsreisen-Experte.

Schon vor dem Treffen nannte der Sprecher des US-Heimatschutzministeriums, David Lapan, eine Ausweitung des Verbots nicht allein auf Europa, sondern auf weitere Regionen "möglich". Grund ist die Befürchtung, dass in ihnen Sprengsätze versteckt werden könnten.

Es sei die Pflicht der Behörden herauszufinden, "was die, die uns schaden wollen, als Nächstes tun werden, und sie versuchen aufzuhalten", sagte Lapan weiter. Im März hatte die US-Regierung allerdings schon eine ähnliche Regelung für Direktflüge von zehn Flughäfen im Nahen Osten und Nordafrika in Kraft gesetzt. Sie gilt für sämtliche elektronischen Geräte, die größer als Mobiltelefone sind, also Laptops, Tablet-Computer, E-Book-Reader oder Kameras. Großbritannien verhängte im März ein ähnliches Verbot.

Doch das Verbannen von Laptops und anderen grösseren elektronischen Geräten birgt ebenfalls Gefahren.

Präsident Trump wurde nach seinem Treffen mit dem russischen Außenminister Lawrow vorgeworfen, er habe streng geheime Informationen über Anschlagspläne von ISIS geteilt, welche Laptops auf Flügen als Bomben vorsehen. Die Medien beriefen sich auf Informanten aus der US-Bundespolizei FBI und andere Quellen aus Geheimdiensten.

NUTZEN: Was sich die USA von dem Kabinen-Verbot versprechen, ist aus europäischer Sicht schwer nachvollziehbar. Ein solches Feuer wieder zu löschen, könne sich als unmöglich erweisen, warnt der europäische Pilotenverband European Cockpit Association. Die Laptops oder Tablets sollen weiterhin funktionieren und durch die Scanner gelangen können. Die Lagerung zahlreicher Lithium-Akkus im Frachtraum gilt als Brandrisiko.

Sollte ein US-Verbot nur für bestimmte Flughäfen in Europa gelten, müssten diese einen erheblichen Wettbewerbsnachteil fürchten. Auf Reisende kämen wohl zusätzliche Kontrollen zu, außerdem müssten sie teures Gerät mit persönlichen oder auch sensiblen geschäftlichen Daten aus den Händen geben.

Der Hauptgeschäftsführer des Geschäftsreiseverbands VDR Hans-Ingo-Biehl kritisierte das Kabinenverbot für Laptops als "puren Aktionismus".

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