CDU und FDP wollen über Zusammenarbeit in NRW sprechen [1:56]

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FDP-Chef Christian Lindner weiß, dass seine Truppe im Osten schwach auf der Brust ist. Die Teams von CDU und Grünen wurden während ihrer Sitzung von zwei Eil-Meldungen überrascht: dem angekündigten Rückzug von Ministerpräsident Torsten Albig und der endgültigen Absage an eine Ampel-Koalition von FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki. Es gehöre zur politischen Kultur, "dass als Reserve immer eine Große Koalition möglich ist". Lindner machte aber deutlich, dass eine Koalition mit der CDU zustande kommen könnte.

Die FDP von Spitzenkandidat Christian Lindner kam demnach auf zwölf Prozent. Nur eine Stimme Mehrheit zu haben, wäre kein Problem, so Lindners Einschätzung.

"Im Bereich der Kriminalitätsbekämpfung sehe ich keine unüberwindlichen Hürden", erklärte der Politiker. Maßgeblich für diesen Absturz sind wie bei den Grünen vor allem landespolitische Gründe und die Unzufriedenheit mit der Regierungsarbeit. Das habe der Vorstand angesichts der Mehrheit von CDU und FDP im neuen Landtag beschlossen. Die FDP steht trotzdem nicht stärker unter Druck, meinte die Vizevorsitzende Katja Suding im Bayerischen Rundfunk. "Die Chancen sind genauso groß und genauso klein wie sie vorher waren", sagte er dem NDR. In NRW stehen die Zeichen auf Schwarz-Gelb.

Er sagte: "Schwarz-Gelb war die schlechteste Bundesregierung der letzten 20 Jahre". Und ein Weiteres lässt sich sagen: Zwar hat sich die Parteienlandschaft diversifiziert: Grüne und Linkspartei sind darin mittlerweile feste Größen, und die AfD schickt sich an, eine solche zu werden. In der kommenden Woche wollen sie über die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen entscheiden.

Erstes Sondierungstreffen von Monika Heinold (Grüne) und Daniel Günther (CDU). Nach der Niederlage der SPD in NRW und der Absage der Sozialdemokraten an eine große Koalition im neuen Landtag zeichnet sich in Düsseldorf Schwarz-Gelb ab.

Den Prognosen zufolge erhält die CDU im neuen Landtag 66 Sitze, während auf die SPD 58 Mandate entfallen. Dass sie sich jetzt Gesprächen verweigere, "spricht für sich". Oppermann warnte am Dienstag in Berlin gleichzeitig vor CDU und FDP. Zweitens liegt eine Regierungsbeteiligung zu diesem Zeitpunkt nicht unbedingt im Interesse der FDP, die sich als rechtsliberale Opposition zwischen Union und AfD aus der Krise ziehen wollen - und das Ziel heißt Bundestagswahl. Eine schwarz-gelbe Koalition hätte eine Mehrheit von nur einer Stimme.

CDU-Landeschef Laschet hatte am Montag Signale Richtung FDP gegeben, ohne sich klar festzulegen. CDU-Chef Laschet zeigt sich zuversichtlich, der FDP-Vorsitzende Lindner wiegelt ab: "Wir sind nicht verdammt dazu, uns zu einigen". Zugleich gab sich Lindner am Dienstag vor Journalisten in Düsseldorf kämpferisch: "Entscheidend ist, was wir inhaltlich durchsetzen können".

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