Drogerie-Konkurrenz Kartellamt billigt Zusammenarbeit von Edeka und Budnikowsky

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Die Konkurrenzfirmen Rossmann und dm haben bislang beim Einkauf Vorteile, weil sie bundesweit Drogerien betreiben, während Budni mit seinen 181 Geschäften ausschließlich in der Hamburger Metropolregion vertreten ist. Was sagen die Wettbewerbswächter dazu?

Bonn/Hamburg. Edeka plant eine Kooperation mit der norddeutschen Drogeriemarktkette Budnikowski. Die Kooperation könne vor allem auf der Einkaufsseite strukturelle Nachteile von Budnikowsky gegenüber den Wettbewerbern dm und Rossmann verringern und damit dem Wettbewerb zugutekommen und den Verbrauchern nutzen, teilte die Behörde am Freitag in Bonn mit.

Edeka ist das größte Lebensmitteleinzelhandelsunternehmen in Deutschland mit 49,6 Milliarden Euro Umsatz.

Edeka profitiert von der Zusammenarbeit mit Budni, weil es eine eigene, bundesweite Drogeriekette als Konkurrenz zu dm und Rossmann aufbauen will. Die Edeka-Märkte verkaufen gegenwärtig auch Drogerieartikel, doch ist die Breite und Tiefe des Sortiments geringer als in den Fachmärkten.

Edeka und Budnikowsky wollen dazu ein Gemeinschaftsunternehmen für die Beschaffung, Verwaltung und Logistik von Budnikowsky gründen. Edeka will zunächst 25,1 Prozent übernehmen - mit der Option, auf bis zu 74,9 Prozent aufzustocken. Gegenüber diesen beiden um ein Vielfaches größeren Unternehmen habe Budnikowsky erhebliche Beschaffungs- und Kostennachteile. Das Familienunternehmen kämpft: Budni hält in der Stadt Hamburg je nach Stadtteil 30 bis 35 Prozent des Drogeriemarktes. "Seit der Eröffnung von Filialen von dm und Rossmann ist der Marktanteil von Budnikowsky deutlich rückläufig", hieß es in der Mitteilung des Bundeskartellamtes. Da Edeka im Drogeriemarktbereich in Hamburg - anders als im Bereich des Lebensmitteleinzelhandels - über keine besonders starke Stellung verfüge, sah das Bundeskartellamt daher in der Fusion keine erhebliche Behinderung wirksamen Wettbewerbs, die eine Untersagung rechtfertigen würde. "Gleichzeitig wahren wir unsere Eigenständigkeit und Dynamik eines familiengeführten Unternehmens". Budnikowsky-Geschäftsführer Christoph Wöhlke erklärte, die Allianz mit Edeka ergänze die eigenen Wachstumspläne im Drogeriesegment.

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