Gezeitenwechsel in Schleswig-Holstein

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FDP und Grüne könnten sowohl mit der SPD als auch mit der CDU eine Regierung bilden. Die CDU war mit ihrem Spitzenkandidaten Daniel Günther klar stärkste Kraft geworden. Im Wählervotum sieht Günther den "klaren Regierungsauftrag", man habe nun verschiedene Möglichkeiten. Dabei wird deutlich: CDU und FDP erwarten von den Grünen, die Kröte einer Jamaika-Koalition zu schlucken. Die Grünen geben die Hoffnung darauf aber noch nicht auf. Die Grünen bewerten ein solches Bündnis allerdings skeptisch. "Wenn ich mir bei zentralen gesellschaftlichen Fragen anschaue, was die CDU will, (.) ist das von den Vorstellungen von den Grünen doch ziemlich weit weg", sagte er im Rundfunk Berlin-Brandenburg. Günther schließt eine Große Koalition im Norden so gut wie aus. Für eine Mehrheit benötigt man mindestens 37 Sitze. Sie strebt nun eine Jamaika-Koalition mit FDP und Grünen an. Daraus müssen keine unüberwindbare Hindernisse erwachsen, wie auch FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki am Montag sagte. Eine große Koalition unter seiner Führung schloss Günther jedoch praktisch aus.

Im Mittelpunkt der Diskussionen steht deshalb ein Jamaika-Bündnis von CDU, Grünen und FDP. Damit habe man deutlich gemacht, "dass weder das, was erreicht wurde, die Menschen in Schleswig-Holstein zufriedengestellt hat noch die Ausblicke auf die Zukunft überzeugend waren".

Nach der Niederlage der Sozialdemokraten bei der Landtagswahl in Schleswig-Holsteins hat sich Landeschef Ralf Stegner zurückhaltend über die politische Zukunft Albigs geäußert. "Da werden jetzt nicht öffentlich Noten verteilt an einzelne Beteiligte".

In unserem News-Blog zu Landtagswahl in Schleswig-Holstein finden Sie alle aktuellen Entwicklungen.

Die seit 2012 in Kiel regierende Koalition aus SPD, Grünen und Südschleswigschem Wählerverband (SSW) könnte ihre Mehrheit demnach verlieren. Monika Heinhold (Grüne) sprach sich bereits für eine solche Koalition aus. Die SPD des bisherigen Ministerpräsidenten Torsten Albig verlor fast vier Zähler und holte etwa 26,5 Prozent - nur bei der Wahl 2009 schnitt sie noch schlechter ab. Der bisherige Ministerpräsident Torsten Albig von der SPD zeigte sich enttäuscht über die schweren Verluste seiner Partei.

Eine Aussage zu möglichen Koalitionen im Kieler Landtag vermied Merkel. Und: Der neue Landtag hat 73 statt bisher 69 Sitze. Auch dort werde die SPD abgewählt, sagte er. Rund ein Drittel der Wähler war kurz vor dem Wahltag noch unsicher, ob und wen sie wählen wollten.

Zwei Tage nach der Landtagswahl haben die Parteien weiterhin viel zu besprechen - vor allem die SPD. Laut vorläufigem amtlichen Endergebnis erzielte die CDU am Sonntag 32,0 Prozent - im Vergleich zur Landtagswahl 2012 ein Plus von 1,2 Prozent. Mit Daniel Günther habe die CDU diesmal einen Spitzenkandidaten aufgeboten, der aus der Landespolitik komme und im Wahlkampf unprätentiös und sachorientiert aufgetreten sei, sagte Krause der Deutschen Presse-Agentur.

Die Grünen konnten leicht um 0,3 Punkte zulegen und kommen jetzt auf 13,5 Prozent. Die Grünen erlangten 12,9 Prozent, die FDP 11,5 Prozent und die AfD 5,9 Prozent.

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