Merk und Heynemann kritisieren Gräfe-Ansetzung für HSV-Spiel

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Der Deutsche Fußball-Bund hält an der Ansetzung von Schiedsrichter Manuel Gräfe für das Bundesliga-Abstiegsduell am Samstag zwischen dem Hamburger SV und dem VfL Wolfsburg fest.

Zuvor hatte auch Markus Merk sein Unverständnis geäußert. Nun pfeift der Schiedsrichter auch das brisante Hamburger Spiel gegen Wolfsburg. "Manuel Gräfe hat die meiste Erfahrung, so gesehen ist die Ansetzung vollkommen nachvollziehbar". Der Berliner Gräfe hatte 2015 das Relegations-Rückspiel zwischen dem Zweitligisten Karlsruher SC und dem HSV gepfiffen und den Hamburgern damals einen umstrittenen Freistoß nach einem vermeintlichen Handspiel zugesprochen.

"Hätte man mich gefragt, welcher Schiedsrichter für dieses Spiel nicht in Frage kommt, wäre ich auf genau einen Namen gekommen", sagte der ehemalige FIFA-Referee Merk der "Hamburger Morgenpost". Nach dem Hinspiel-1:1 ging es doch in die Verlängerung, in der Nicolai Müller den HSV mit dem 2:1 zum Klassenverbleib schoss. Gräfes Pfiff wird seitdem kontrovers diskutiert, oft heißt es "kann, aber muss man nicht pfeifen".

HSV-Trainer Markus Gisdol zu der Gräfe-Ansetzung: "Es bringt nichts, sich darüber Gedanken zu machen". Am Ende verloren die Hanseaten 0:4! Das änderte aber nichts daran, dass Gräfe nun wieder in den Fokus geriet.

Heynemann findet sie "unglücklich", da Gräfe angesichts der Bedeutung des Spiels für den HSV und Wolfsburg, die beide gegen die Relegation ankämpfen, enorm unter Druck geraten kann. "Das Wichtigste ist immer, dass der Referee nicht im Fokus steht - sondern das Spiel!" Sportchef Olaf Rebbe sagte, der DFB setze "seine besten Leute da ein, wo es brenzlig werden kann".

Auch Merk versteht Gräfes Nominierung überhaupt nicht. "Wenn in einer entscheidenden Szene etwas passieren sollte, hat der DFB ein Problem", sagte Heynemann "Sport1".

Auch die DFB-Begründung, einige Top-Referees stünden derzeit nicht zur Verfügung oder sollen in Kürze andere Top-Spiele leiten, lässt der 55-Jährige nicht gelten.

Auch die Trainer der involvierten Klubs mussten sich vor dem Spiel zum Schiedsrichter äußern. "Wenn doch, dann hoffe ich auf faire Entscheidungen des Schiedsrichters".

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