Steinmeier beginnt Besuch in Israel

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"Bibi hat diese Runde gewonnen". Gabriel hatte sich mit Vertretern der Gruppen Breaking the Silence (Das Schweigen brechen) und Betselem getroffen.

Man kann Diplomatie aber auch als Abwägen zwischen schlechten und noch schlechteren Optionen beschreiben. Bestärkt sieht sich Steinmeier vom Besuch der israelisch-arabischen Begegnungsstätte Givat Haviva, wo junge Israelis und Palästinenser gemeinsam lernen. Ob der zurückhaltendere Bundespräsident nach seinem Besuch auch einen solchen Dankesbrief bekommen wird, ist ungewiss.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist am Samstag zu einer knapp viertägigen Nahost-Reise aufgebrochen. Vielleicht wäre eine Absage seiner Reise sogar einfacher für ihn gewesen, sagt er. "Ich habe anders entschieden". "Nicht, weil ich die Ausladung des deutschen Außenministers durch Ihren Ministerpräsidenten richtig finde", sagte Steinmeier. Die Gespräche in Jerusalem stehen auch im Zeichen der diplomatischen Krise zwischen beiden Länden stehen. Der Premier zeigte sich erneut von seiner dreisten Seite. Am späten Samstagabend läuft Steinmeier gemeinsam mit Präsident Reuven Rivlin über den Mahane Yehuda Markt in der Altstadt Jerusalems. "Weil wir Deutsche die Vielfalt der Demokratie in Israel kennen und bewundern, wollen wir auch weiter unsere schwierigen Fragen mit möglichst vielen unterschiedlichen Gruppen in Ihrem Land besprechen", so Steinmeier. Einige Passagen aus Steinmeiers Rede in der Hebräischen Universität verdienen allerdings auch in der deutschen Debatte stärker beherzigt zu werden.

Damit hatte Trump großen Beifall bei Israels Rechten gefunden, die nicht zur Aufgabe besetzten Territoriums für einen unabhängigen Palästinenserstaat bereit sind. "Sprechverbote helfen nicht beim Verstehen, und sie schaffen kein Verständnis", sagte Steinmeier.

Nach seinem Gespräch mit Abbas legt er noch einmal nach.

Der Minister ergänzte: "Unter Demokraten stellt man sich keine Ultimaten". Eine Versöhnung gab es seitdem nicht, Netanjahu und Gabriel griffen sich in Medieninterviews gegenseitig an. Der Bundespräsident werde sich nicht von Gabriel distanzieren, hieß es.

An einem neuen Eklat ist Netanjahu nicht interessiert. Gabriel beharrte dennoch auf seinem Vorhaben, die Kanzlerin stützte sein Verhalten im Nachhinein ausdrücklich. Zum Beispiel auf dessen Vorwurf, die linken Organisationen würden Israel diffamieren. Und nun kippt auch auf der anderen Seite die Stimmung, Abbas schwächelt: Zwei Drittel der Palästinenser wollen seinen Rücktritt, 60 Prozent glauben nicht, dass die Zweistaatenlösung eine Chance hat.

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