Wirtschaft: Auch G7-Länder nur mit Minimal-Kompromiss zum Handel

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Die wichtigsten Handelspartner seien mitlerweile "deutlich zufriedener" mit dem Kurs der Trump-Regierung und verstünden, dass Wirtschaftswachstum in den USA auch ihnen nützen werde, sagte Mnuchin am Samstag nach Vieraugengesprächen mit Kollegen aus Deutschland, Japan und Kanada während des G7-Finanzministertreffens im italienischen Bari.

Beim Treffen der sieben führenden westlichen Industrieländer, G7, in Bari (Italien) spielte auch die jüngste weltweite Cyber-Attacke eine Rolle. Einigen konnte sich die G7-Gruppe nur auf den kurzen Satz "Wir arbeiten daran, den Beitrag des Handels für unsere Volkswirtschaften zu stärken". Cyber-Vorfälle seien eine wachsende Bedrohung für die Volkswirtschaften. Es gehe um einen umfassenden und neutralen Datenaustausch. Internationale Organisationen und Regierungen müssten zusammen mit der Privatwirtschaft Gegenmaßnahmen ausloten. Dazu seien auch länder- und sektorübergreifende Abstimmungen erforderlich.

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble sprach nach den zweitägigen G-7-Beratungen dennoch von einem "intensiven Austausch".

Das strittige Thema Handel dürfte nun auf Ebene der Staats- und Regierungschefs der G7 in zwei Wochen beim Gipfel auf Sizilien behandelt werden und beim G20-Gipfel Anfang Juli in Hamburg. Das Mandat der entsprechenden G7-Expertengruppe sei aktualisiert worden. Es geht laut Schäuble auch um Versicherungsschutz gegen Cyber-Angriffe: "Es wird ein zunehmendes Bedürfnis, das wächst".

Bundesbankpräsident Jens Weidmann sagte, Ökonomen hätten möglicherweise die Verteilungswirkungen des internationalen Handels unterschätzt. Eine Datengrundlage müsse aufgebaut werden. Seine Worte klangen so, als seien amerikanische Handelsbilanzdefizite fast automatisch Indizien für Handelsbeschränkungen und unfaire Methoden anderer Länder. Eine weitere Frage sei, wie Finanzaufseher damit umgingen. Angegriffen wurden auch Telekommunikations- und Bahnunternehmen.

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