Ecuador: Britische Regierung hält sich bedeckt im Fall Assange

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Nach Medienberichten lebt Assange in seinem Exil auf zwanzig Quadratmetern.

Die schwedische Staatsanwaltschaft sieht die Schuldfrage jedoch als nicht geklärt an. Die britische Polizei kündigte umgehend an, ihn festzunehmen, sobald er die Botschaft in London verlassen sollte. 2012 flüchtete er in die ecuadorianische Botschaft, weil er eine Auslieferung an Schweden befürchtete. Das Vereinigte Königreich müsse Julian Assange nun eine sichere Passage garantieren.

Der britische High Court entscheidet, dass Assange an Schweden ausgeliefert werden darf. Seine Plattform Wikileaks hatte hunderttausende geheimer US-Dokumente aus militärischen und diplomatischen Quellen veröffentlicht. Assange selbst begann als Programmierer und Hacker und verkehrte mit politischen Dissidenten. Der Konflikt mit Großbritannien und den USA sei noch nicht beendet. Man werde die Ermittlungen nicht weiterführen, teilte die Behörde am Freitag in Stockholm mit. "Wir haben diese Entscheidung nicht getroffen, weil wir alle Beweise gesehen haben, sondern weil wir keine Möglichkeiten gesehen haben, das Verfahren zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen".

Assange meldete sich auf Twitter zu Wort: "Seit sieben Jahren ohne Anklage inhaftiert. während meine Kinder groß geworden sind und mein Name verleumdet wurde". "Ich kann weder vergeben noch vergessen".

In Schweden wurde er wegen angeblicher sexueller Vergehen gesucht.

Die Vergewaltigungsvorwürfe gegen Assange stammen aus dem Jahr 2010. Ecuadors Botschaft will er aber wohl trotzdem nicht so schnell verlassen.

Das mutmaßliche Opfer sprach nach der Entscheidung der schwedischen Justiz am Freitag von einem "Skandal", wie die Anwältin der Frau sagte. Falls der Wikileaks-Gründer vor August 2020 nach Schweden zurückkehrt, könnten die Ermittlungen wieder eröffnet werden.

Über einen möglichen Auslieferungsantrag der US-Regierung ist aber nichts bekannt.

Seit fünf Jahren hält sich der Whistleblower Julian Assange in der Londoner Botschaft von Ecuador auf. Das britische Innenministerium erklärte, Großbritannien habe eine legale Verpflichtung, den europäischen Haftbefehl zu befolgen und Assange zu verhaften, da der Haftbefehl seitens der britischen Gerichte nicht erloschen sei. Damals war er auf Kaution frei. Assange wird ein gutes Verhältnis zum scheidenden Präsidenten Rafael Correa nachgesagt. Der Anwalt glaube, dass Assange auf lange Sicht versuchen werde, nach Ecuador zu auszureisen. Besonders kritisch ist er, weil es in Schweden keine zeitliche Begrenzung gibt, wie lang ein Ermittlungsverfahren dauern darf.

Der schwedische Anwalt von Assange feierte die Einstellung der Ermittlungen als Sieg: "Wir haben den Fall gewonnen", sagte der Jurist dem schwedischen Rundfunk.

Tatsächlich tauchte Assange auf - mit gereckter Faust zeigte sich der Wikileaks-Gründer auf dem Balkon der ecuadorianischen Botschaft. Seinen Kritikern er jedoch nicht nur als schillernde Persönlichkeit, sondern vielfach auch als selbstgefälliger Akteur, der mit der Veröffentlichung heikler Informationen sogar das Leben anderer Menschen aufs Spiel setzt.

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