Niedersachsen: Ex-Frau hinter Auto hergeschleift

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Die 28-Jährige überlebte schwer verletzt und leidet nach Angaben ihres Rechtsanwaltes extrem unter den Folgen des Verbrechens. An der Wohnungstür der 28-Jährigen in der Hamelner Königstraße kam es gegen 18 Uhr zu einem hefigen Streit.

Straße in Hameln: Hier hatte ein Mann eine Frau mit einem Seil an die Anhängerkupplung eines Autos gebunden und rund 200 Meter weit durch Hameln geschleift.

Zum Auftakt des Prozesses vor dem Landgericht Hannover ließ der Mann durch seinen Verteidiger erklären, er habe auf grausame Weise versucht, die Frau zu töten.

Hameln - Der unfassbare Gewaltexzess löste bundesweit Entsetzen aus: Im November misshandelte ein Mann laut Anklage seine Ex-Frau in Hameln auf der Straße fast zu Tode, band sie dann an sein Auto und fuhr mit Vollgas los. In dessen Verlauf soll er auf die Frau eingeprügelt, mit einem Messer auf sie eingestochen und sie mit der stumpfen Seite einer Axt geschlagen haben.

Vor dem Landgericht Hannover muss sich Nurettin B. nun wegen versuchten Mordes und Bedrohung verantworten. Der gemeinsame Sohn ist mit dabei. Der 39-Jährige beteuerte am Montag in seiner Einlassung, die Tat sei nicht geplant gewesen. Ihm tue unendlich leid, was er ihr und dem gemeinsamen Sohn angetan habe. Die Polizei hatte aus Angst vor möglichen Racheakten nach der Tat "Schutzmaßnahmen" ergriffen. Kader K. blieb schwer verletzt auf dem Gehweg liegen, Passanten riefen den Notarzt. Täter und Opfer seien deutsche Staatsangehörige kurdischer Abstammung und gehörten zu verschiedenen Großfamilien, hieß es damals. Ihre Ehe nach islamischem Recht war von ihren Familien arrangiert worden. Schon einen Monat vor der brutalen Attacke soll ihr Ex-Partner gedroht haben, dass einer von ihnen bald nicht mehr leben werde, wenn eine Unterhaltspfändung nicht aufhöre. Offenbar stritten beide um das Sorgerecht für den Sohn. Das Kind verbrachte die Wochenenden beim Vater. Insgesamt sind drei Verhandlungstage angesetzt, das Urteil könnte am 31. Mai fallen.

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