Nordrhein-Westfalen: Zukunft von BVB-Coach Tuchel bleibt offen

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Was für ein Schlussakt. Das 4:3 (2:1) gegen den SV Werder Bremen war vollgestopft mit Emotionen, packenden Zweikämpfen, tollen Toren und zwei Elfmetern. Kurz vor Saisonende brach zur Unzeit der schwelende Konflikt zwischen den Vereinsoberen und Tuchel aus, Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke lancierte ein Interview. Dortmund blieb damit in der zweiten Saison hintereinander zuhause ungeschlagen, Angreifer Aubameyang schnappte einem Münchner am letzten Spieltag zudem noch eine Trophäe weg. Aki stirbt tausend Tode auf der Tribüne, wir auf dem Platz.

Der schwer erkämpfte Sieg über die starken Bremer nahm den Dortmundern zwar den großen Druck, vertrieb aber nicht alle Probleme. "Ich hoffe, dass ich meinen Vertrag erfüllen darf".

Dennoch stehen die Zeichen beim BVB weiter auf Trennung, auch wenn es nach dem 4:3 gegen die Bremer erste Annäherungsversuche auf dem Rasen gab. In seinem Editorial über eine gelungene Saison im Stadionheft erwähnte Watzke den Trainer nicht einmal.

Lucien Favre, Laurent Blanc oder Julian Nagelsmann wurden bereits als Nachfolger gehandelt. Damit steht fest: Dortmund tritt nächste Saison in der Champions League an. "Es waren extrem viele Themen, die es sehr anspruchsvoll gemacht haben", sagte der Coach in Bezug auf den schwierigen Saisonverlauf mit zahlreichen Verletzungen von wichtigen Profis, der Sperrung der Südtribüne, dem Sprengstoff-Attentat auf den Teambus und seinen Dissens mit Watzke. Stolz fügte er an: "In allen Spielen, die auf des Messers Schneide waren, haben die Jungs immer geliefert".

So war es auch gegen Bremen. Im Fernduell um Rang drei mit Hoffenheim bewies das Team am Samstag bemerkenwertes Stehvermögen. Pierre-Emerick Aubameyang traf kurz vor Schluss zum 4:3. Torhüter Roman Bürki pflichtete bei: "Wir wollen aus einer guten eine sehr gute Saison machen".

Ein klärendes Gespräch wird erst nach dem Pokal-Wochenende in Berlin folgen. Der vertraglich bis 2020 an den BVB gebundene neue Bundesliga-Torschützenkönig schürte mit seinem wenig konkreten Aussagen Spekulationen von einem Abschied schon in diesem Sommer. Aubameyang wäre für Dortmunds Zukunft gerade bei einem Fortgang des Trainers Tuchel ein verbindendes Element, aber nach dem Spiel sagte er mit der Torjägerkanone im Arm: "Nach dem Pokalfinale spreche ich mit dem Verein - und dann entscheide ich".

Anders als die Dortmunder verpassten die Bremer das internationale Geschäft, wurden aber von ihren Fans nach dem Schlusspfiff euphorisch gefeiert.

Von 13 über 16 auf 25 und nun 31 hat Aubameyang seine Saisontreffer in den vier Spielzeiten beim BVB gesteigert, in der Bundesliga-Torschützenliste ist er zuletzt Dritter, Zweiter und nun Erster geworden. Denn in Dortmund stellten sie erneut unter Beweis, wie in der Rückrunde aus einem Abstiegskandidaten ein Europapokal-Aspirant werden konnte. In einem mitreißenden Spiel boten die Bremer lange Zeit erbitterte Gegenwehr und waren nach Treffern von Zlatko Junuzovic (7.), Fin Bartels (46.) und Max Kruse (68.) einem Sieg nahe. Mit etwas Abstand können wir der Rückrunde bestimmt mehr Positives abgewinnen. "Schade, dass es nicht gereicht hat", klagte Torschütze Bartels.

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