Proteste gegen Maduro - Erneut Ausschreitungen in Venezuela

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Aus Protest gegen Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro sind in der Hauptstadt Caracas nach Angaben der Opposition mehr als 160.000 Menschen auf die Straße gegangen.

Dabei gab es gewaltsame Zusammenstösse zwischen Polizei und Demonstranten mit Dutzenden Verletzten.

"Wir sind Millionen gegen die Diktatur", stand auf Pappschildern der Demonstranten in Caracas zu lesen. "Die Leute fragen mich immer: 'Capriles, wie lang soll das noch weitergehen?' Und ich sage ihnen: Heute, am Tag 50, gibt es trotz aller Repression mehr Widerstand und Kampf für Venezuela". "Ich bin hier mit meinen zwei Kindern, ich kann keine Milch bekommen, ich kann kein Essen bekommen". Die Polizei hinderte die Demonstranten mit Tränengas daran, zum Ministeriumsgebäude im Stadtzentrum zu gelangen. Das von einer schweren Wirtschaftskrise gebeutelte erlebt regelmäßig schwere Proteste gegen die Regierung und Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Nach Angaben des Bezirksbürgermeisters Ramón Muchacho wurden mindestens 46 Menschen verletzt.

Um sich gegen die Polizei zur Wehr zu setzen, waren viele der Oppositionsanhänger mit Stöcken, Steinen und Gasmasken bewaffnet.

Maduro sieht sich bereits seit Anfang April mit Maßendemonstrationen konfrontiert. Bei den Protesten wurden bisher 47 Menschen getötet und hunderte weitere verletzt. "Bandit, Korrupter, verschwinde", schrie er an Maduro gerichtet. Sie versammelten sich in einem anderen Teil der Hauptstadt. Sie protestieren gegen Präsident Maduro, gegen den Lebensmittelmangel und eine drohende Diktatur. In einem Telefonat lobte Maduro die Solidaritätskundgebung.

In der von deutschen Einwanderern gegründeten Kleinstadt Colonia Tovar, 70 Kilometer westlich von Caracas, ist es im Zuge des Machtkampfes zwischen Oppositions- und Regierungsanhängern zu heftigen Ausschreitungen gekommen. Der bei Touristen beliebte Ort mit seinen rund 20.000 Einwohnern wurde bis auf weiteres unter Militärkontrolle gestellt. Bei Protesten gegen Maduro war dort zuvor der Sitz der Nationalparkbehörde.

"Das ist eine sehr angespannte Situation", sagte eine Mitarbeiterin des Hotels "Bergland" der Deutschen Presse-Agentur. Augenzeugen berichten, das Militär sei mit zahlreichen Lastwagen angerückt und kontrolliere die Ortseingänge. Bilder zeigten Tränengaswolken vor dem malerischen Stadttor - Colonia Tovar erinnert mit seinen Fachwerkhäusern und Einrichtungen wie dem Cafe "Muhstall" oder dem Hotel "Edelweiss" an den Schwarzwald.

Zunächst wurde mit Straßenblockaden versucht, das Eindringen des Militärs zu verhindern.

Der Ort liegt eine Stunde von Caracas entfernt.

Das südamerikanische Land ist extrem gespalten und praktisch gelähmt, die Opposition geht derzeit täglich auf die Strasse.

Venezuela steht vor dem wirtschaftlichen Kollaps, es fehlen Lebensmittel und Medikamente. Zudem zog er zuletzt einen fragwürdigen Vergleich: "Wir sind die neuen Juden des 21. Jahrhunderts", meinte Maduro zu Anhängern.

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