Wahlen | Klöckner an SPD: Die Wähler im Norden wollen den Wechsel

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Die CDU beurteilte das Wahlergebnis als Auftrag für die Regierungsbildung in Kiel. Oder auf eine Ampel.

Nach nur einer Legislaturperiode ist die Küstenkoalition aus SPD, Grünen und SSW schon wieder Geschichte an der Förde. "Wir haben uns in Nordrhein-Westfalen immer auf uns selbst verlassen", sagte die SPD-Landeschefin. Den Anfang machte am Vormittag die SPD, bei der es nach der Wahlniederlage viel zu besprechen gab. Weit unter der 30-Prozent-Marke blieben die Genossen. Hinzu kommt, dass ein Weiterregieren Albigs nicht dem Wählerauftrag entsprechen würde. Nach dem Erfolg der CDU hat deren Spitzenkandidat Daniel Günther seinen Anspruch auf das Amt des Ministerpräsidenten bekräftigt. Angesichts des deutlichen Vorsprungs vor der SPD gebe es "einen klaren Regierungsauftrag" für die CDU, so die Parteichefin in Berlin. Sie beglückwünschte den CDU-Spitzenkandidaten Daniel Günther zu dem "beachtlichen" Ergebnis bei der Landtagswahl. Günthers Ziel ist eine Koalition mit FDP und Grünen.

Kommt es in Schleswig-Holstein erneut zu einem nach den Landesfarben der Karibikinsel benannten Dreier-Bündnis, scheint eine Jamaika-Regierung auch auf Bundesebene plötzlich eine ernsthafte Alternative zu werden. Beides habe dazu geführt, dass viele traditionelle Wähler von CDU, SPD und FDP wieder an die Urnen gegangen seien. "Wir werden uns angucken müssen, was die Gründe sind, wir haben unser Wahlziel nicht erreicht". Zur Niederlage im Norden sagte Schulz: „Ich ärgere mich höllisch.“ Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren war die CDU mit 30,8 Prozent hauchdünn vor der SPD (30,4) gelandet.

Albig und Fraktionschef Stegner blicken dagegen bereits wieder voraus. "Wir sind die Wahlverlierer", sagte er. "Die AfD hat das Dutzend voll gemacht", freute sich die stellvertretende Bundesvorsitzende Beatrix von Storch dennoch. Beide Parteien holten zweistellige Ergebnisse, mit breiter Brust können sie also in Koalitionsgespräche gehen.

Übt nach der Niederlage bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein Kritik an Ministerpräsident Torsten Albig: der stellvertretende SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel. Ihnen wäre eine Ampel lieber: Sie ist die "Favoriten-Koalition" von Landesvorstand, Fraktion und Ministern, wie Landeschefin Ruth Kastner in Kiel sagte. Die kommenden Wochen dürften an der Förde mindestens so spannend werden wie der Wahlkampf. Die AfD zieht mit knapp 6 Prozent ins Parlament ein. Die bisherigen Koalitionspartner SPD, Grüne und Südschleswigscher Wählerverband SSW verbuchen bei der Landtagswahl schwere Verluste und können ihre Koalition wohl nicht fortsetzen. Dahinter folgen die Grünen mit 12,9 bis 13,0, die FDP mit 10,8 bis 11,2 und die AfD mit 5,5 bis 5,9 Prozent. "Und unter der Führung von Torsten Albig ist sie wirklich ausgeschlossen".

Jamaika oder Ampel - darauf läuft es in Kiel hinaus.

Nach der Landtagswahl in Schleswig-Holstein bringen sich die Parteien in Position für mögliche Koalitionen.

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