Trump sieht neues Kapitel in Beziehungen mit islamischen Ländern

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Saudi-Arabien ist Quelle einer Vielzahl von Geheimdienstinformationen über Terrorgruppen wie den IS und Al-Kaida, die tödliche Organisation hinter der Ermordung von fast 3000 Menschen während der Angriffe auf New York und Washington am 11. September 2001. Kritiker sagen jedoch, die Saudis seien auch eine wichtige Quelle radikaler islamistischer Ideologie, die die muslimische Welt durchdringt und darüber hinaus reicht. Deutsche Außenpolitiker werfen dem US-Präsidenten daraufhin Doppelzüngigkeit vor. Der Iran sei die "Speerspitze" des Terrorismus, sagte er. Aber: "Das Problem ist, dass es diese Haltung auch im eigenen Land leben müsste". Vielmehr handele es sich um einen "Kampf zwischen barbarischen Verbrechern, die Menschenleben auslöschen wollen, und anständigen Leuten aller Religionen, die es schützen wollen". Dabei will der Rechtspopulist, der mit seinen Plänen für pauschale Einreiseverbote für Bewohner muslimischer Staaten für Empörung gesorgt hatte, seine Vision einer friedlichen islamischen Welt entwerfen. "Die Staaten des Nahen Ostens können nicht darauf warten, dass die Macht Amerikas diesen Feind für sie zermalmt".

Die islamischen Länder rief Trump auf, Terroristen keine Zuflucht zu bieten.

"Es ist wunderbar, hier zu sein", sagte Trump.

"Dies ist ein Kampf zwischen Gut und Böse", hiess es in Redeauszügen, die das Weisse Haus am Sonntag vorab veröffentlichte.

"Salam Aleikum", Friede sei mit Euch, begann der US-Präsident seine Rede. Dort trifft Trump den Papst und nimmt an Gipfeln der NATO und der G7-Gruppe teil. Die arabischen Länder stünden zusammen, um die Urheber des Terrorismus zu bekämpfen. Die USA hätten im Iran für Wohlstand und Wachstum gesorgt und für die Möglichkeit, den Terrorismus fortzusetzen.

In seiner Rede griff Trump auch den Iran scharf an, den er maßgeblich für die Instabilität in der Region verantwortlich machte. Die Regierung in Teheran habe in der ganzen Region Zerstörung und Chaos gesät. Daher unterstütze der Iran auch die Truppen an den Fronten. Das Übel des Terrorismus könne nur gemeinsam überwunden werden. Nach einem Treffen mit dem Emir von Katar, Tamim bin Hamad al Thani, erklärte Trump, man verhandle derzeit über den Verkauf von "wunderschöner militärischer Ausstattung, die niemand so gut herstellen kann wie die USA". Angesichts der Kriege in Syrien, Irak und Libyen, eines ausbleibenden Friedensschlusses zwischen Israel und den Palästinensern, eines gigantischen Aufrüstungsdeals im Wert von mehr als 350 Milliarden Dollar in den kommenden zehn Jahren und des Versuchs, ein US-amerikanisch-arabisches Verteidigungs- und Zweckbündnis gegen den Iran zu gründen, gehe die Rede an den eigentlichen internationalen Herausforderungen vorbei, sagte Mützenich weiter. Was den US-Präsidenten in eine brisante Situation bringt.

Mit der Wahl von Saudi-Arabien als erstem Reiseziel hatte Trump viele Beobachter überrascht.

Trotzdem ist die großzügige Spende aus Saudi-Arabien nicht ohne Ironie, denn um die Frauenrechte ist es in Saudi-Arabien denkbar schlecht bestellt. "Die bezahlen den Amerikanern dafür Milliarden, wir brauchen das nicht, denn wir produzieren unsere Waffen selbst". Am Montag wird der US-Präsident in Israel erwartet. Er sagte, mit den Besuchen in den heiligsten Städten der drei abrahamitischen Weltreligionen wolle er deren Zusammenarbeit stärken.

In einem häufig geteilten Video hielt ein Mann in traditioneller saudischer Kleidung, der sich Badr bin Fahd nannte, sogar um die Hand von Ivanka an, die in Saudi-Arabien von ihrem Ehemann Jared Kushner begleitet wurde. Saudi-Arabien galt lange als einer der größten Sponsoren von Extremisten. Der US-Präsident ist nach Einschätzung Thunerts mit großen juristischen und politischen Gefahren konfrontiert. Dass Trump über den von ihm wegen verweigerter Gefolgschaft gefeuerten FBI-Chef James Comey gegenüber Russlands Außenminister Lawrow übel hergezogen haben soll ("Er war verrückt, ein richtiger Spinner"), blieb darum vorläufig unkommentiert.

Thunert führte weiter aus, regieren fühle sich bei Trump nach "Chaostagen" an.

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