Forderungen von Investor Ismaik1860 München vor der Pleite

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Nach dem sportlichen K.o.im Kampf um die 2. Liga steht der TSV 1860 München vor einem schwarzer Freitag und dem Ende des Profifußballs an der Grünwalder Straße.

Zudem ist Sechzig zum aktuellen Zeitpunkt führungslos: Präsident Peter Cassalette trat nach der Regensburg-Pleite noch am Dienstagabend zurück, der erst im April angetretene Geschäftsführer Ian Ayre hatte bereits vor dem wichtigsten Spiel der Saison seine Kündigung eingereicht. Der Portugiese Vitor Pereira, der im Winter mit großen Ambitionen seine Arbeit beim Traditionsverein aufgenommen hatte und diesen zurück in die Bundesliga führen wollte, ist als nächster Trainer bei den Giesingern gescheitert - trotz eines Vertrages bis 2018.

Schon am Morgen folgte in logischer Konsequenz die Botschaft aus der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes: Der Kontrollausschuss des Verbands wird nach den schweren Ausschreitungen im Relegationsspiel zwischen 1860 München und Jahn Regensburg wie erwartet Ermittlungen einleiten. Denn dass dem Verein die Lizenz für die dritte Liga oder für die Regionalliga Bayern erteilt wird, gilt keineswegs als gesichert.

"Ich bin unendlich traurig, dass wir in diesem Stadion, vor dieser Kulisse, ein so schlechtes Spiel abgeliefert haben", kommentierte 1860-Kapitän Kai Bülow. Statt sechs Millionen Euro Fernsehgeld erhalten die Löwen künftig nur noch eine Million, darüber hinaus entfällt die Garantiesumme vom Vermarkter Infront in Höhe von fünf Millionen Euro.

Bei insgesamt zwölf Profis laufen die Verträge aus, für die - falls überhaupt - dritte Liga wird mit Sicherheit keiner verlängern.

Um Ismaik, der via Facebook verkündete, er werde "die Löwen nicht im Stich lassen", die Lust an einem weiteren Engagement in München zu nehmen, gingen die beiden Vizepräsidenten demonstrativ auf Konfrontationskurs mit dem exzentrischen Jordanier. Der 48-Jährige bedankte sich bei allen im Verein. Auch der Kader wird nahezu komplett auseinander brechen.

MünchenAllein schon die Frage zeigt, wie ernst die Lage ist: "Soll 1860 freiwillig Insolvenz anmelden?", wollen die Macher der Fanseite "die blaue 24" in einer Internet-Umfrage wissen. Ismaik und der Verein hätten keine gemeinsame "Vision für den Verein" gehabt.

Die sportliche Verantwortung übernahm Trainer Pereira. Wenige Monate später ist er mit 1860 ganz unten gelandet. Welcher Spieler hält den Löwen die Treue und was macht eigentlich Ismaik? Das TV-Geld schrumpft auf eine Millionen Euro. Bereits am 21. Juli beginnt dort die neue Saison. Dann heißen die 1860-Gegner FSV Zwickau oder SG Sonnenhof Großaspach.

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