Boll im Achtelfinale - Silbereisen verliert in Düsseldorf

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Zwei Stunden später wartet auf Boll auch im Einzel eine heikle Aufgabe: Sein Zweitrunden-Gegner Jakub Dyjas aus Polen spielt in der Bundesliga für TTF Ochsenhausen und warf bei der EM 2016 bereits Dimitrij Ovtcharov aus dem Turnier. Das nächste Match des Odenwälders sehen Sie live im hr-fernsehen.

Das Spektakel dauerte nicht einmal 20 Minuten, da war der erste Auftritt von Timo Boll bei der Tischtennis-WM schon wieder vorbei.

Konkrete Gedanken zur Bedeutung der geplatzten Titelhoffnungen wollte sich Boll so kurz nach dem K.o. des "Legendendoppels" und direkt vor seinem Zweitrunden-Einzel nicht machen: "Man wünscht sich vielleicht die eine oder andere Situation zurück, um einen Fehler nicht nochmal zu machen, aber das geht eben nicht".

Am Freitag (ab 14.00 Uhr) trifft der Olympia-Dritte von 2012 auf den Sieger des Duells zwischen Hunor Szocs (Rumänien) und Andrej Gacina (Kroatien). Das Viertelfinale des Gewinners wird am Sonntag (4. Juni, 15 Uhr) im Ersten gezeigt. Patrick Franziska besiegte den Slowaken Peter Sereda mit 4:0 Sätzen, Bastian Steger setzte sich gegen Lin Yun-Ju aus Taiwan durch (4:3), Ricardo Walther schlug den Kroaten Frane Kojic (4:1) und Ruwen Filus den Portugiesen Diogo Carvalho (4:2).

Nach der Ernüchterung im Doppel konnte Timo Boll im Einzel überzeugen. Die frühere und die aktuelle Nummer eins der Welt verloren gegen das chinesische Doppel Fan Zhendong und Xu Xin mit 1:4. Fan Zhendong und Xu Xin stehen auf Platz zwei und drei der aktuellen Weltrangliste. Im Doppel-Achtelfinale der Titelkämpfe in seiner Wahlheimat Düsseldorf musste sich der Rekordeuropameister mit Chinas Superstar Ma Long den chinesischen Topfavoriten Xu Xin/Fan Zhendong mit 1:4 geschlagen geben und damit wie schon 2015 seine Hoffnungen auf die Krönung seiner Karriere begraben.

Vor den Siegen von Boll und Ovtcharov war Doppel-Eurpameisterin Kristin Silbereisen (Kolbermoor) als beste Deutsche im Einzel-Achtelfinale ausgeschieden. Sie unterlagen den Weißrussen Pawel Platonow/Wladimir Samsonow 8:11, 11:8, 7:11, 5:11, 11:4, 11:9 und 7:11. Im Mixed mit Benedikt Duda war sie bereits in der ersten Runde rausgeflogen, im Einzel verlor sie wie Solja in der zweiten Runde.

Entschieden wurde dieses Spiel im fünften Satz, als die deutsche Meisterin eine 7:3-Führung noch verspielte. Damit sind keine deutschen Aktiven mehr in dem Wettbewerb, der vor WM-Beginn als der möglicherweise erfolgversprechendste gegolten hatte, vertreten.

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