Weltweit Bedauern nach Trumps Klimarückzug

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Frankreichs Präsident Macron lehnt die Neuverhandlung des Klimaabkommens jedoch kategorisch ab. Aus dem Abkommen auszusteigen sei weder für die USA noch für die Welt gut. Daher würden die USA es verlassen und auch alle Zahlungen für den Kampf gegen den Klimawandel an andere Länder einstellen.

Warum will Donald Trump aus dem Vertrag aussteigen? "Wenn uns das gelingt: Gut". Weltweit wurde die Entscheidung scharf kritisiert und die Bedeutung des Abkommens für die Zukunft der Menschheit hervorgehoben. UN-Generalsekretär Antonio Guterres erklärte, es sei "wichtig, dass die USA eine weltweite Führungsmacht in Umweltfragen bleiben". Großbritanniens Premierministerin Theresa May drückte ihr Bedauern aus.

Für den internationalen Klimaschutz ist das gravierend.

Mit der Kündigung kann der Austritt der USA frühestens im Jahr 2020 wirksam werden. Die parteinahe Zeitung "Global Times" sieht die USA nunmehr in einer Reihe mit der "fragwürdigen Minderheit" von Ländern wie Nicaragua und Syrien, die das Abkommen nicht mittrügen. 195 Staaten verpflichteten sich, die Erderwärmung auf ein beherrschbares Maß von "deutlich unter zwei Grad" im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

Mit dem Ausstieg aus dem Klimaabkommen fordert Trump neue Verhandlungen.

Die übrigen Länder rief Merkel zur verstärkten Zusammenarbeit auf. Andere würden daher über die USA lachen.

Befürworter des Pariser Abkommens argumentieren, die Ausrichtung der weltweiten Energieversorgung auf saubere Quellen sei unausweichlich. Das Pariser Abkommen wurde 2015 von allen Nationen angenommen, weil sie den enormen Schaden erkennen, den der Klimawandel bereits verursacht hat und sie gleichzeitig die großen Chancen sehen, die das Handeln für Klimaschutz bietet. Der Vertrag schade der amerikanischen Wirtschaft und koste das Land Arbeitsplätze - so Trumps Begründung. Die USA hatten das Abkommen noch unter Trumps Vorgänger Barack Obama mit ausgehandelt und 2016 ratifiziert. Kein Land habe so viel zum menschgemachten Klimawandel beigetragen wie die USA.

Star-Unternehmer und Chef des Autobauers Tesla Elon Musk kündigte an, Trump nicht länger in Beratungsgremien zu Wirtschaftsfragen beraten zu wollen. Wie FAZ online berichtet, kritisieren auch Apple, Facebook, Ford, der Chemiekonzern Dow Chemical und der Ölkonzern Exxon den Ausstieg aus dem Klimaabkommen. Der für Klimafragen zuständige EU-Kommissar Miguel Arias Canete sprach von einem "traurigen Tag für die Weltgemeinschaft". "Es ist eine Lose-Lose-Situation für die USA und die Welt". Kurz nach Trumps Entscheidung hat Musk sein Amt niedergelegt. Der größte US-Verband der Öl- und Gasbranche, das American Petroleum Institute, teilte knapp mit, nie eine offizielle Position zu dem Abkommen eingenommen zu haben.

Die internationale Diplomatie, auch die Deutschlands, hatte geduldig auf den Moment gewartet, von dem an in Trumps Administration die Internationalisten um Außenminister Rex Tillerson das Kommando übernehmen. "Ich kann nicht mit gutem Gewissen einen Deal unterstützen, der die Vereinigten Staaten bestraft".

Deutschland hat derzeit die Präsidentschaft der Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer der Welt (G20) inne und steht nun vor einem schwierigen Gipfeltreffen Anfang Juli in Hamburg.

Merkel, Macron und Gentiloni betonten, an dem Abkommen festhalten zu wollen.

Schon vor Tagen brodelte die Gerüchteküche zum Verbleib der USA im Pariser Klimaschutzabkommen. Schärfere Kritik an US-Präsident Donald Trump verkniff sich die Kanzlerin aber.

Hollywoodstar Leonardo DiCaprio, der sich wie kein anderer für den Klimaschutz einsetzt, twitterte: "Heute hat unser Planet gelitten". Washington zeigt sich am Donnerstag von seiner frühsommerlichen Schokoladenseite, als Donald Trump um 15 Uhr Ortszeit an das Rednerpult tritt, um Amerikas Rolle im Weltklimaschutz neu zu vermessen.

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