Musikfestival "Rock am Ring" nach Terroralarm fortgesetzt

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Auch die Polizei bestätigte, dass die Durchsuchungen beendet seien. In der Nacht gab es laut Polizei keine besonderen Vorkommnisse, wie ein Sprecher der Polizei in Koblenz bereits verriet.

Ab 13.30 Uhr werden die Tore wieder für die Besucher geöffnet. Der abgesagte Auftritt von Rammstein wird aus organisatorischen Gründen jedoch nicht nachgeholt. Das Konzertgelände wurde binnen 15 Minuten geräumt, die Fans kehrten auf die Campingplätze zurück. "Auch wir hätten gern gespielt", schrieben die Musiker auf dem offiziellen Facebook-Account der Band.

Die Ermittler durchsuchen das Gelände auf dem Nürburgring.

Die Polizei in Koblenz sprach am Abend von "konkreten Hinweisen" nach denen eine terroristische Gefährdung nicht auszuschließen sei. Daraufhin mussten Zehntausende Fans das Festival-Gelände am Nürburgring verlassen.

Im Zusammenhang mit einer möglichen Terrorgefährdung bei dem Musikfestival hat die Polizei drei Personen vorläufig festgenommen. Im Visier waren demnach Mitarbeiter eines Subunternehmers des Veranstalters, die der Salafistenszene zugerechnet werden. Über mindestens einen der Verdächtigen lägen "deutliche Erkenntnisse im Bereich des islamistisch geprägten Terrorismus" vor.

Der Verdacht war nach Angaben der Polizei entstanden, weil Zugangskarten für das Personal nicht mit registrierten Namen übereinstimmten.

Besucher des Musikfestivals Rock am Ring feiern vor der Bühne

Schon vor der Unterbrechung hatten Sicherheitsbedenken das Festival begleitet. Gegen die Personen sei am Abend ein Strafverfahren wegen Vorbereitung eines Explosions- oder Strahlenverbrechens eingeleitet worden. Inzwischen seien sie wieder entlassen worden, weil sich die Verdachtslage relativiert habe.

Die Polizei hatte bei ihren Durchsuchungen auf dem Festivalgelände in der Eifel keine verdächtigen Gegenstände gefunden. Das sei am Freitagvormittag bekanntgeworden, sagte der Koblenzer Polizeipräsident Wolfgang Fromm.

Nach der Unterbrechung des Festivals "Rock am Ring" in der Eifel hatte Veranstalter Marek Lieberberg eine Wutrede gehalten. "Wir haben hier auch ein Zeichen für unsere Kultur gesetzt", sagte er.

Von Organisator Marek Lieberberg wurde die Entscheidung aber kritisch gesehen.

Es habe Untersuchungen bei drei Personen in Hessen gegeben - Näheres zum Wohnort wollte die Polizei nicht bekanntgeben. Wenn das nicht ausreiche, um ein Gelände für sicher zu erklären, dann frage er sich, warum Fußball-Länderspiele bei derartigen Verdachtsmomenten stattfinden könnten. Für ihn sei die Situation geklärt: "Sie können mir glauben, wie beschissen ich mich fühle, nach so viel Arbeit, nach der Rückkehr hierher, jetzt wieder in dieser Situation zu stehen", sagte er vor den Journalisten. Die Sicherheit der Besucher stehe über allem anderen. Auch auf dem Kurznachrichtenkanal Twitter hieß es: "Leider ist es entgegen anderslautender Gerüchte aufgrund der Festival-Abläufe nicht möglich, die Show bei Rock am Ring heute nachzuholen".

Erst um die Mittagszeit, kurz vor dem regulären Beginn des zweiten Festivaltages, wollen die Veranstalter entscheiden, ob das Festival wie geplant weitergehen soll. Für das Festival war es eine Rückkehr: In den vergangenen beiden Jahren hatte "Rock am Ring" auf dem Flugplatz Mendig stattgefunden, mehrere Besucher wurden dabei bei Blitzschlägen verletzt.

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