Sir Jeffrey Tate: Dirigent mit 74 Jahren am Herzinfarkt gestorben

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Trotzdem schaffte es Tate - auch dank seiner Eltern, die ihn immer als normales Kind behandelten - Medizin zu studieren und zwei Jahre als Augenarzt in einem Londoner Krankenhaus zu arbeiten. Tate war seit 2009 bei den Symphonikern: "Ich schätze dieses Orchester sehr". Seine musikalische Laufbahn begann Tate am Royal Opera House Covent Garden in London.

London - Der Chefdirigent der Symphoniker Hamburg, Sir Jeffrey Philip Tate, ist tot.

Tate, der im Laufe seiner jahrzehntelangen Dirigentenkarriere an den wichtigsten Opernhäusern und Konzertsälen der Welt gastierte, gab sein spätes Debüt am Pult der Wiener Staatsoper am 7. September 2011 mit "Ariadne auf Naxos". Er arbeitete als Assistent von Herbert von Karajan in Salzburg und James Levine in New York, bevor er als Assistent von Pierre Boulez 1976 am sogenannten Jahrhundert-Ring der Bayreuther Festspiele mitwirkte. Intensiv beschäftigte er sich auch mit den romantischen und spätromantischen Komponisten, vor allem mit den beiden Richards, Strauss und Wagner.

Mit den Hamburger Symphonikern verband Tate von Anfang an eine besondere Beziehung. Er hat den ersten vollständigen Pariser "Ring" der Nachkriegszeit und die erste komplette "Ring"-Aufführung in Australien dirigiert". "Ich versuche eher, warmherzig mit den Musikern zu sein", beschrieb er einmal seinen Arbeitsstil. Kritiker bewunderten, wie er das Orchester mit wenig gestischem Aufwand effizient führte und bezeichneten Tate als "einen Präzisionsliebhaber, einen Farmer und Genießer des Details, fähig zum Filigranen, und, wenn nötig, auch zum großen Effekt". Sie seien vom völlig überraschenden Ableben des Dirigenten zutiefst erschüttert. "Für die Stunden, Tage und Jahre, die wir mit Sir Jeffrey verbringen durften, sind wir unendlich und unsagbar dankbar". April war Tate im Buckingham Palace von Prinz William zum Ritter geschlagen worden, in Würdigung seiner Verdienste um die britische Musik.Tate zählte zu den renommiertesten und vielseitigsten Dirigenten seiner Generation; neben den Musikdramen Richard Wagners bildeten die Werke Mozarts und Richard Strauss' Schwerpunkte in seinem vielfältigen Repertoire.

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