Terrorismus Großbritannien: Zwei weitere Festnahmen nach Manchester-Anschlag

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Der als Täter vermutete Salman Abedi soll einer Verwandten zufolge Briten als "Ungläubige" bezeichnet haben. Er habe ausgesagt, während der Vorbereitungen in Grossbritannien gewesen zu sein. Er sei Mitte April ausgereist, danach aber mit seinem Bruder in Manchester in ständigem Kontakt gewesen.

In Libyen wurde nach Angaben libyscher Spezialkräfte der Vater und der jüngere Bruder des Attentäters festgenommen. Bisher hätten die Ermittlungen der NRW-Sicherheitsbehörden zu keinen weiteren Erkenntnissen für Kontakte des Mannes nach NRW geführt. In der Nacht zu Donnerstag gab es weitere Festnahmen. Medienberichten zufolge wurde Abedi 1994 in Manchester geboren und studierte in der nordenglischen Stadt. Derweil nahm die Polizei einen weiteren Verdächtigen fest.

Nach dem Anschlag von Manchester wächst der Ärger in Großbritannien über die Veröffentlichung von Informationen in den USA. In Großbritannien gilt nun die die höchste Terrorwarnstufe.

Die Polizei geht inzwischen eindeutig von einer Unterstützergruppe rund um den Attentäter von Manchester aus. Diese sollen ihm auch geholfen haben, die Bombe zu bauen. Das sagte der Polizeichef von Manchester, Ian Hopkins, am Mittwoch. "Ich glaube, es ist ganz klar, dass es sich um ein Netzwerk handelt, dem wir nachgehen".

Im Gedenken an die Opfer des Terrorakts hatten sich beide Mannschaften vor Beginn zu einer Schweigeminute versammelt. Die Frau sei privat bei dem Konzert gewesen. Collomb zufolge reiste Abedi vor dem Anschlag nach Libyen und wohl auch nach Syrien, in beiden Ländern ist der IS aktiv. Nachbarn zufolge war die aus Libyen stammende Familie streng gläubig und in der Moschee engagiert. Das berichtete die britische Innenministerin Amber Rudd am Mittwoch dem Nachrichtensender Sky News. Rudd sagte, es sei "wahrscheinlich", dass der Attentäter nicht allein gehandelt habe. In Libyen waren am Mittwoch zudem der Vater und der Bruder des Selbstmordattentäters festgenommen worden. Die Ausführung des Anschlags sei "anspruchsvoller gewesen als einige der Anschläge, die wir davor erlebt haben", ergänzte die Ministerin.

Bereits am Dienstag war der Name des Selbstmordattentäters gegen den Wunsch der Polizei in Manchester US-Medien zugespielt worden. "Offen gestanden hatte sich die britische Polizei sehr deutlich ausgedrückt, dass sie den Informationsfluss kontrollieren will, um die operative Integrität zu schützen, den Überraschungsmoment", sagte sie. Das werfe Fragen darüber auf, was diese mit den Informationen gemacht hätten. Abedi war bei der Attacke ums Leben gekommen und hatte 22 Menschen in den Tod gerissen. Das jüngste bekannte Todesopfer war acht Jahre alt. Welche Rolle sie bei der Bluttat gespielt haben könnten, blieb zunächst offen. Einer der der Männer soll der zweite Bruder des Attentäters sein. Der Selbstmordattentäter sprengte sich im Eingangsbereich der Halle in die Luft, die einen Zugang zu einem Bahnhof hat. Dadurch erhält die Polizei nun Hilfe vom Militär. Eine ähnliche Regelung ist auch in Frankreich seit den islamistischen Angriffen in Paris in Kraft.

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