Theresa May : "Genug ist genug"

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Die britische Premierministerin Theresa May hat die Anschläge von London als "brutalen Angriff auf unschuldige Bürger" gebrandmarkt und eine härtere Gangart gegen den Terrorismus angekündigt. Man dürfe deshalb nicht länger so tun, als könne alles so weitergehen wie bisher. Die Wahl werde am 8. Juni wie geplant stattfinden.

Nach dem Terroranschlag in London haben die Konservativen und die Labour-Partei ihren Wahlkampf unterbrochen. Es könne nicht zugelassen werden, dass Gewalt den demokratischen Prozess aufhalte.

Die Festgenommenen werden mit dem Attentat auf der London Bridge und den nahe gelegenen Borough Market in Verbindung gebracht.

Wenige Tage vor der Parlamentswahl in Großbritannien sind bei einem Terrorangriff in London in der heutigen Nacht mindestens sechs Menschen getötet worden. Details waren zunächst unklar. Nach Berichten des Senders Sky News wurde bereits am Morgen die Wohnung eines der Angreifer im Osten der Stadt durchsucht.

Video: ORF-Korrespondent Roland Adrowitzer ist aus London zugeschaltet.

Die drei Anschläge der vergangenen Wochen seien "nicht verbunden durch ein gemeinsames Netzwerk", wohl aber durch eine gemeinsame Ideologie, sagte die Premierministerin. Erstens müsse die Strömung islamistischer Ideologie besiegt werden. Die "bösartige Ideologie des islamischen Extremismus" predige Hass, säe Zwist und fördere das Sektierertum. Dabei nannte May dieses Gedankengut "eine Perversion des Islam".

Internet und Messengerdienste dürften Extremisten keinen Rückzugsort mehr bieten. Vielmehr müsste der virtuelle Raum besser überwacht und reguliert werden, um die Kommunikationswege von Terroristen zu stören. Eine internationale Vereinbarung sei zur Bekämpfung des Extremismus notwendig.

Drittens: Die Militäreinsätze in Syrien und dem Irak gegen die Terrormiliz IS sollen laut May weitergeführt werden.

Frankreichs Präsident Emanuel Macron schrieb auf Twitter von einer neuerlichen Tragödie. Doch es gebe auch "viel zu viel Toleranz für Extremismus in unserem Land". "Wir müssen viel stärker daran arbeiten, ihn (den Extremismus) aus dem öffentlichen Dienst und der Gesellschaft zu vertreiben". Mit dem Begriff "öffentlicher Dienst" spricht May vermutlich das Schulwesen an.

- Viertens müsse die Anti-Terror-Strategie Großbritanniens überarbeitet werden, damit die Polizei und Sicherheitskräfte alle nötigen Mittel gegen Extremisten in der Hand hätten. Wie das genau geschehen solle, sagte May nicht.

Ende März war ein 52-jähriger Mann auf der Westminster-Brücke in London mit hohem Tempo in Fußgänger gefahren. Danach tötete er mit einem Messer einen unbewaffneten Polizisten.

Die Polizei geht davon aus, dass es über die drei erschossenen Verdächtigen hinaus keine weiteren Täter gibt. Die Täter griffen ihre Opfer zuerst mit einem Kleintransporter und dann mit Messern an.

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