Justizminister Sessions sagt zur Russlandaffäre aus

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US-Justizminister Jeff Sessions will dem Geheimdienstausschuss des US-Senats heute Rede und Antwort stehen was seine möglichen Verbindungen nach Russland angeht. Am Montag teilte der Ausschuss mit, die Sitzung werde öffentlich sein.

Inmitten all dem zeichnen sich neue Turbulenzen um eine andere Personalie der Ära Trump ab: Der frühere FBI-Chef Robert Mueller, der erst Mitte Mai als Sonderermittler für die Russland-Affäre berufen worden war, gerät laut "Politico" immer stärker unter Beschuss. Aus diesen Ermittlungen hatte sich Sessions wegen Befangenheit zurückgezogen. Diese Begegnungen verschwieg Sessions in einer Senatsanhörung im Januar, die seiner Bestallung zum Minister vorausging.

Sessions hatte Trump im Wahlkampf intensiv unterstützt. Sessions selbst hatte sich bei den Ermittlungen für befangen erklärt, weil er während seines Nominierungsverfahrens Treffen mit dem russischen Botschafter unerwähnt gelassen hatte. Er stand dabei unter Eid. Nach Medienberichten soll Sessions mehrfach seinen Rücktritt angeboten haben, weil er unabhängig arbeiten müsse.

Comey sagte Medienberichten zufolge im nicht-öffentlichen Teil seiner Anhörung vergangene Woche, Sessions habe ein drittes Treffen mit Kisljak verschwiegen. Sessions habe darauf nicht geantwortet. So soll Trump im Februar den damaligen FBI-Chef Comey gedrängt haben, die Russland-Ermittlungen gegen seinen Sicherheitsberater Michael Flynn einzustellen. Er sei ein Garant dafür, dass der Präsident in den Russland-Ermittlungen fair behandelt werde, hieß es damals. Da Sessions sich aus diesen zurückgezogen hatte, wirft seine Entlassungsempfehlung Fragen auf.

Das derzeitige Verhältnis Trumps zu Sessions ist unklar.

Sessions, einer der wichtigsten Wahlkampfhelfer Donald Trumps und erzkonservativer früherer US-Senator, sagt nur wenige Tage nach dem früheren FBI-Chef James Comey aus, dessen Entlassung er dem Präsidenten Donald Trump empfohlen hatte. Er ist einer der maßgeblichen geistigen Architekten des innen-, justiz- und sozialpolitischen Rechtsrucks in den USA. Sessions setzte sich wiederholt gegen Rassismusvorwürfe zur Wehr.

Jefferson Beauregard "Jeff" Sessions (70) war Staatsanwalt, Alabamas Chefankläger und 20 Jahre lang Senator dieses US-Staates. Mit Stephen Miller hat er einen wichtigen Berater Trumps mit nach Washington gebracht.

Auch als langjähriges Mitglied im Justizausschuss des Senats ist Sessions mit den Gepflogenheiten dieser Kammer bestens vertraut, wenn er am Dienstag dort erscheinen wird.

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