Nach Wahlniederlage Wichtige Berater Theresa Mays legen Ämter nieder

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Timothy erklärte, er übernehme die Verantwortung für seine Rolle im Wahlkampf der Konservativen. Stattdessen verloren die Konservativen aber ihre absolute Mehrheit und sind nun auf einen Bündnispartner angewiesen.

Zusätzlich unter Druck gerät May durch den Rücktritt ihrer beiden wichtigsten Vertrauten, Nick Timothy und Fiona Hill. Eine Regierungssprecherin sagte, Premierministerin Theresa May habe selbst mit der DUP über die Unterstützung einer Minderheitsregierung im Unterhaus gesprochen.

Timothy gilt als hauptverantwortlich für einen der grössten Missgriffe im Wahlkampf: den Plan für eine Reform der Pflege-Finanzierung, die als "Demenzsteuer" gebrandmarkt wurde und die Premierministerin zu einer Kehrtwende mitten im Wahlkampf zwang.

Verliererin: Demonstranten an einer Kundgebung gegen die britische Regierungschefin Theresa May in London.

Kabinettsmitglied Rob Wilson hat am Donnerstag seinen Sitz für die Tories im Unterhaus verloren und ärgert sich über Mays Wahlkampfstrategie: "Wenn ich jetzt zurückblicke, denke ich, dass das Ganze total wahnsinnig war".

Auf Kritik stiess auch Mays Entscheidung, fünf wichtige Mitglieder ihres bisherigen Kabinetts im Amt zu belassen. Neben Außenminister Boris Johnson und Brexit-Minister David Davis sollen auch Finanzminister Philip Hammond, Verteidigungsminister Michael Fallon und Innenministerin Amber Rudd ihre Posten behalten.

Führende konservative Politiker wollten sich öffentlich nicht auf eine längere politische Zukunft Mays festlegen. "Sie ist erledigt", titelte die Boulevard-Zeitung "The Sun" am Samstag. Sie habe gedacht, May benötige angesichts der Brexit-Verhandlungen "Diplomaten und keine Straßenkämpfer", sagte Perrior.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Konservativen, Gavin Williamson, führte am Samstag in Belfast Gespräche mit der umstrittenen Democratic Unionist Party (DUP). Er wies darauf hin, dass die Gespräche über den geplanten EU-Austritt Grossbritanniens in wenigen Tagen beginnen sollen. Nordirland befürchtet wirtschaftliche Nachteile und ein Wiederaufflammen des Konflikts zwischen pro-irischen Republikanern und pro-britischen Unionisten. Darüber sind nicht alle Tories glücklich, weil die DUP sehr sozial-konservative Positionen vertritt, etwa bei der Homo-Ehe und beim Thema Abtreibung. Laut einer Umfrage des bei Tories beliebten Politik-Blogs "ConservativeHome" fordern 60 Prozent, dass May zurücktreten soll, nur 37 Prozent halten noch zu ihr. Die Aussicht auf einen Deal mit der DUP sei "schaurig", twitterte die Labour-Abgeordnete Jo Stevens. "Theresa May ist sicherlich die stärkste Anführerin, die wir im Moment haben". Dank der resoluten Chefin der schottischen Konservativen, Ruth Davidson, bekam der einsame einzige Abgeordnete der schottischen Tories elf neue Kollegen.

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