Wolfsburg bleibt in der Bundesliga

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Das Team von Andries Jonker gewann am Montag auch das Relegationsrückspiel bei Eintracht Braunschweig 1:0 und schaffte damit den Klassenerhalt gegen den Dritten der zweiten Liga.

Die Stimmung im rustikalen Rund an der Hamburger Straße war wie erwartet intensiv und hitzig gewesen - und geprägt von fragwürdigen Aktionen.

Im Relegations-Rückspiel in Braunschweig war Mario Gomez das Hassobjekt der Heimfans. Wenige Minuten nach dem Vorfall hatte der Portugiese Vieirinha in der 49. Minuten das entscheidende Tor erzielt. Auf dem Spielfeld mussten Polizisten anschließend nämlich den VfL-Fanblock vor den Eintracht-Anhängern schützen, Böller flogen, eine Rakete landete in der Beamten-Gruppe. Sein Gegenüber, Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht, gab sich trotz der Niederlage kämpferisch: "Wir haben es nicht geschafft, einen ganz großen Traum zu erreichen".

Wolfsburgs Vieirinha feiert seinen Treffer mit Teamkollege Philipp Wollscheid.

"Mit all dem Hass, den es mittlerweile in den Stadien gibt, kann ich nichts anfangen. Nach den fürchterlichen Anschlägen in Manchester liegen wir uns alle in den Armen, und ein paar Tage später verhalten wir uns selber wie Affen". Frust und Trauer sind das eine, aber enorme Gewaltbereitschaft lässt sich damit noch lange nicht entschuldigen. "Der Abstiegskampf ist brutal, das ist Hardcore - schwieriger als ein Champions-League-Finale", sagte Gomez. Der Wolfsburg-Stürmer nahm's mit Humor und stimmte nach erfolgreichem Klassenerhalt selbst den Anti-Mario-Gomez-Song an. Für VfL-Geschäftsführer Wolfgang Hotze steht er sogar im Mittelpunkt der "Neuausrichtung" des Vereins. "Natürlich kann es so nicht weitergehen". Spieler flüchteten in die Kabine. Nein, will er nicht: Eigentlich ist der Europapokal das Ziel des Klubs. Er habe mit dem VfL eine Fortsetzung der Zusammenarbeit vereinbart, verkündete er in Braunschweig. Manager Olaf Rebbe ergänzte: "Wir sind erleichtert".

Die Mannschaft wird sich großflächig verändern. Ob hochveranlagte Profis wie Yunus Malli und Daniel Didavi zu halten sind, ist unklar. Sollte Letzteres doch der Fall sein, dann darf Wolfsburg auch absteigen. Der Abend von Braunschweig sei nicht dafür gemacht, Entscheidungen zu verkünden.

In der ersten Halbzeit erkämpften sich die Hausherren zahlreiche Topchancen und sorgten dafür, dass die Nervosität bei Wolfsburg immens gestiegen war. Solche Ziele lassen sich nach der gerade beendeten Saison kaum formulieren. "Es kommt gar nicht darauf an, große Stars zu verpflichten".

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